Auslandsjahr : Weihnachten in...England

Jede Woche berichten auf unserem Jugendblog junge Berliner von ihren Auslandsjahren. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür - Wie sieht das aus? Teil 3: England.

Yvonne Delphendahl
German Bratwurst, German Tradition. Yvonne Delfendahl ist 18 Jahre alt und macht einen internationalen Freiwilligendienst in Brighton
German Bratwurst, German Tradition. Yvonne Delfendahl ist 18 Jahre alt und macht einen internationalen Freiwilligendienst in...Foto: privat

„German Bratwurst !“ Der Ruf kommt aus einer der Hütten auf dem Brightoner Weihnachtsmarkt im Süden Englands. Sonst gibt es noch einen Stand mit handgemachtem Schmuck, einen Schokoladenstand, Crêpes, Schokoküsse, Taschen, Filzarbeiten, Fudge und … das wars auch schon. In fünf Minuten bin ich durchgelaufen. Zwischen den paar Ständen vor dem Shoppingcenter komme ich nicht wirklich in Weihnachtsstimmung.
Wenn es dann doch einen normal großen  Weihnachtsmarkt gibt, wird er mit viel Werbung angepriesen und besteht hauptsächlich aus deutschen Süßigkeiten und Bratwurst. Weihnachtsmärkte sind typisch deutsch, wie anscheinend vieles, was bisher für mich immer wie selbstverständlich zu Weihnachten dazugehört hat.
Zum Beispiel: Adventskalender, Adventskranz und Plätzchen. Adventskränze sind hier auch verbreitet, auch wenn sie ziemlich häufig an die Tür gehängt werden und das deutsche „Jeden-Sonntag-eine-Kerze-anzünden“ sich dann erübrigt. Was allerdings die Plätzchen angeht,  herrscht in England echt ein großer Mangel. Irgendwie brotverwandt, sind sie wahrscheinlich nicht so populär. Im Gegensatz zum Massenangebot in Deutschland, gibt es hier nur Gingerbread (eine Art Lebkuchen mit Ingwer), Lebkuchen und Stollen (von Aldi). Ich hätte nicht gedacht, dass Weihnachten in einem Land, das für mich bisher so viele Ähnlichkeiten zu meinem eigenen hatte, so anders sein kann. Als wir Pia, meiner Mitbewohnerin, am Abend des 5. Dezembers sagten, sie solle ihre Schuhe putzen, damit der Nikolaus ihr etwas hineintut, war sie richtig überrascht, weil sie diese Tradition gar nicht kannte.

Der Weihnachtsschmuck, den die Stadt aufgehängt hat, ist hingegen sehr schön, normal überbordend und auch schon seit November vorhanden. Wenn man durch die Einkaufsstraßen geht und über einem Stern-, Christbaumkugel- und  Schneeflockenlichterketten hängen, dann stimmt das Weihnachtsgefühl schon. Ich denke jedoch, dass es auf das Alles auch nicht wirklich ankommt, so lange man mit seinen eigenen Traditionen trotzdem das „Weihnachts-Familien-Zusammensein-Geborgenheitsgefühl“ hat, was Weihnachten eben ausmacht. Und das ist hier auch der Fall!

Dies war ein Beitrag unseres neuen Jugendmagazins "Schreiberling". Werdet unsere Freunde auf www.facebook.de/Schreiberlingberlin oder folgt uns auf www.twitter.com/schreiberling_. Yvonnes ersten Bericht aus Brighton könnt Ihr hier lesen (Warum kleiden sich die Studenten von Brighton so komisch?)

0 Kommentare

Neuester Kommentar