Debutroman "High" : Zehlendorfer Schülerin schreibt ein Buch über Drogen

Viele Jugendliche in Zehlendorf sehen sich durch ihre wohlhabenden Eltern unter Druck gesetzt, selbst Karriere zu machen. Einige greifen dann zu Drogen. Darüber hat die 17-jährige Karen Ollrogge ein Buch geschrieben.

Meltem Ohle
Die Autorin Karen Ollrogge ist 17 Jahre alt. "High" ist ihr Debutroman.
Die Autorin Karen Ollrogge ist 17 Jahre alt. "High" ist ihr Debutroman.Foto: promo

Ella geht es genauso wie Oscar Wilde. Der sagte: „Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht“. Die 16-Jährige ist die Hauptfigur im Roman „High“ und geht auf ein Zehlendorfer Gymnasium. Ihre Eltern verdienen viel Geld, der Vater hat eine eigene Firma, die Mutter ist Rechtsanwältin. Auch Ella ist gut in der Schule. Zudem groß, schlank und blond, empfindet sich aber als übergewichtig. Sie entwickelt eine Essstörung, bis sie an manchen Tagen nur noch an ein paar Stück Obst knabbert.

Doch wie man sich beim Titel „High“ schon denken kann, geht es im Roman weniger ums Essen als um Drogen. Auf ihrer ersten Party lernt Ella den Dealer Chris kennen, „den mysteriösen Jungen mit den schönen, blauen Augen“. Er schleppt sie zu vielen anderen Partys, kifft mit ihr und stellt sie seinen Freunden vor. Ziemlich schnell verliebt sie sich in Chris, genauso schnell verliert sie den Kontakt zu ihm. Doch neue Leute sind schnell gefunden, die Partys werden krasser und die Drogen härter. Neben Marihuana konsumiert sie Speed, MDMA und anderes Zeug, dessen Inhaltsstoffe sie nicht mal kennt. Um Klausuren durchzustehen, auch mal während der Schule. Sie bricht den Kontakt zu ihren Eltern und alten Freunden ab.

Beschert viel Geld ein erfülltes Leben?

Die junge Autorin Karen Ollrogge ist selbst Schülerin eines Zehlendorfer Gymnasiums und kennt daher einige Geschichten aus ihrem Bekanntenkreis. Auch das mit den Drogen. Dennoch soll das Buch keine Anti-Drogen-Geschichte sein, sondern dazu anregen, die Gesellschaft und ihre Ideale zu hinterfragen, sagt die 17-Jährige.

Warum nehmen Menschen eigentlich Drogen? Gerade in Ellas Familie ist doch alles perfekt. Doch genau das setzt Ella unter Druck. In Zehlendorf wohnen viele Akademiker, die meisten haben überdurchschnittlich viel Geld. „Einser-Abi, Studium, Karriere, viel Geld, Familie, Villa“, so in etwa lautet der geplante Lebenslauf. Häufig fallen die drei magischen Worte: BWL, Medizin, Jura. Wie bei den Eltern.

Das Buch stellt viele Fragen: Wer bin ich? Was will ich? Was erwarte ich vom Leben? Zum Schluss noch ein weiteres Zitat aus dem Buch: „Verbotene Früchte schmecken am besten“, schrieb Ovid. Aber auch nur, wenn der zu zahlende Preis nicht zu hoch ist.

Karen Ollrogge: High. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 272 Seiten, 9,95 €.

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