Erlend Oye in Berlin : Erinnerung an einen Sommertag

Es ist kalt. Und windig. Zum Glück spielt Erlend Øye morgen Abend im Astra und hat seine neues Album "Legao" dabei. Es bringt die Sonne zurück nach Berlin.

Hannes Schrader
Erlend Øye spielt am Samstag, 11. Oktober im Astra.
Erlend Øye spielt am Samstag, 11. Oktober im Astra.Foto: promo

Ach, Erlend. Erst hat Erlend Øye uns mit "The Whitest Boy Alive" auf der Tanzfläche verzaubert, dann zusammen mit Eirik Glambek Bøe als Kings of Convenience unsere verregneten Herbsttage mit zarten Gitarrenklängen zu Wohnzimmerkonzerten gemacht. Aber The Whitest Boy Alive haben dieses Jahr verlauten lassen, dass sie keine neuen Alben mehr produzieren werden.

Jetzt ist Øye wieder da. Diesen Samstag spielt er im Astra Kulturhaus aus seinem neuen Album, Legao. Er singt ganz allein, nur für sich, so scheint es. Der 38-Jährige nimmt uns mit nach Sizilien, wo er seit zwei Jahren mit seiner Mutter lebt. Wenn man die Augen schließt, hört man während des ersten Songs des Albums „Fence Me In“ ganz leise das Meer rauschen. Und Erlend fragt: „Why do we always have to choose which one to love? Why was love only a game, never enough?“. Er erzählt von Eifersucht, die alles versaut, und dass wir es ihm sofort sagen sollen, falls er eines Tages sagen sollte: „My world is empty, I’m done. My inspiration has dried up and my spark is gone.“ Davor, so scheint es, hat er am meisten Angst. Dass er eines Tages stehen bleiben könnte.

Legao klingt nach Øye, seine Stimme ist sanft wie eh und je. Aber diesmal begleiten ihn Hjálmar, eine isländische Raggaeband, die er auf einem Festival kennengelernt hat. Sie geben seinen Texten eine andere Stimmung, man spürt das Salz auf den Lippen nach einem Tag am Strand. Das ist schön, aber nicht so aufregend wie der elektronische Pop von The Whitest Boy Alive und nicht so poetisch und nachdenklich wie der Folkpop der Kings of Convenience.

Aber das ist auch okay. Øye singt mit seiner samtenen Stimme und blickt uns vom Albumcover so vertraut und freundlich entgegen, als würde er seine Musik nur für uns machen, für unsere privaten, kleinen Wohnzimmerkonzerte. Ach, Erlend. Wer weiß, wo es dich als nächstes hintreibt. Bis dahin lassen wir uns gern von dir an den vergangenen Sommer erinnern. Er schmeckt nach Pinien und deinen Gitarrenklängen.

Wo? Astra Kulturhaus, Revaler Straße 99
Wann? Samstag, 11. Oktober, 20 Uhr

Wieviel? 34,50 Euro im Vorverkauf

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