Jazztreff Berlin : „Es ist interessant, Leute auf der Bühne schwitzen zu sehen“

Am kommenden Wochenende kommen in der ufaFabrik junge Musiker zum Jazztreff zusammen. Wir haben uns im Vorfeld von einigen Teilnehmern erklären lassen, warum sie sich für diese Musikrichtung begeistern. Teil 2 - Benjamin Geyer vom „Jamin Chirer Quartet“.

Nicole Rikert
„Jamin Chirer Quartet“ - V.l.n.r. Philip Dornbusch (Drums), Benjamin Geyer (Piano), Thomas Kolarczyk (Kontrabass) und Nils Wrasse (Saxophon).
„Jamin Chirer Quartet“ - V.l.n.r. Philip Dornbusch (Drums), Benjamin Geyer (Piano), Thomas Kolarczyk (Kontrabass) und Nils Wrasse...Foto: Louise Borinski

Auf den ersten Blick könnte man meinen, die vier jungen Männer mit Dreitagebärten würden eine Indieband bilden. Legere, lässige Outfits, Wollpullover, einer hat lange Haare, wie in jeder Indieband. Aber falsch gedacht. Sie machen Jazz. Und das ziemlich gut. Als „Jamin Chirer Quartet“ treten die vier Jungs beim diesjährigen Landeswettbewerb „Jugend Jazzt" auf. Klavier, Schlagzeug, Saxophon und Kontrabass.
Benjamin Geyer sitzt am Klavier. Momentan studiert er am Jazz-Institut Berlin und ist zum ersten Mal beim Jazztreff dabei. Er verspricht sich davon, die Musik seiner Band mit einem größeren Publikum zu teilen. „Wir wollen zeigen, was wir sind und was unsere Musik ist“, sagt er. Viele ihrer Stücke vertonen bestimmte Augenblicke oder Erlebnisse, gerne auch längere Zeiträume, wie zum Beispiel Reisen. Daher sind auch alle Lieder, die sie beim diesjährigen Jazztreff spielen, eigene Kompositionen.

Benjamin selbst musiziere seitdem er denken kann. Mit fünf Jahren schenkten ihm seine Eltern ein Klavier. Bei Jazz-Konzerten in seinem Heimatort Filderstadt, in der Nähe von Stuttgart, ist er immer einer der Jüngsten neben den Ü40-Jährigen gewesen. Warum interessieren sich junge Leute wieder für Jazzmusik, die doch aus einer anderen Zeit zu kommen scheint? „Livemusik ist In“, sagt er und fügt hinzu: „Es ist einfach interessant die Leute auf der Bühne schwitzen zu sehen.“ Jazz habe einen Wandel durchlebt, viele Genres beeinflusst und komme nun zurück.

Zu besonderen Jazzstandorten in Deutschland zähle für ihn natürlich auch Berlin. Warum? „Berlin ist ein sehr wilder und aufregender Ort. Man kann fast täglich wunderbare Liveacts erleben.“
Auf die Frage „Was ist Jazz für dich?“ gibt der Musiker eine schnelle und ehrliche Antwort. „Jazz bedeutet mir eigentlich gar nichts.“ Jazz sei für Benjamin lediglich ein Begriff wie Auto und da gäbe es viele verschiedene Firmen. Worauf es ihm ankommt, ist der Moment, in dem er zusammen mit Freunden Musik machen könne, sich frei fühlt und viel improvisieren kann, unabhängig von der Musikrichtung. Daher höre er auch gerne mal Radiohead und Nick Drake, am liebsten auf CD oder auf seinem Plattenspieler. Besonders geprägt haben ihn Björk und Nirvana, im Jazz vor allem Fred Hersch und Bill Evans. Aber auch Besuche in Berliner Bars inspirieren ihn immer wieder zu neuen Songs.
29. Jazztreff
Wo? ufaFabrik, Tempelhof
Wann? 11. und 12. Oktober

Wieviel? 7, erm. 5 Euro
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