Jazztreff : Tierische Spieler gewinnen halt

Am vergangenen Wochenende traf sich die Berliner Jazzszene zum 29. Berliner Jazztreff in der ufaFabrik. Zwei Schreiberling-Reporter waren dabei und freuten sich nach der musikalischen Weltreise auch wieder über die Berliner Schnauze.

David Fresen,Johann Stephanowitz
Sidney Werner gewann mit seiner Band "Organismus" den Wettbewerb beim Berliner Jazztreff.
Sidney Werner gewann mit seiner Band "Organismus" den Wettbewerb beim Berliner Jazztreff.Foto: Daniel Pasche

Wir hätten nicht gedacht, was man alles aus einem Bass rausholen kann. Ein Gequietsche und Gebrumme entweicht dem großen Instrument. Dazu spielt ein Pianist in rasender Geschwindigkeit die immer gleiche Phrase durch alle Tonarten- und Lagen, während ein wirbelnder Perkussionist das ganze untermalt. Verzweifelt versucht man in diesem Gewusel irgendwelche Melodien zu erkennen. Auch surreal kann Jazz also sein – fernab vom altbekannten Swing der Bigbands.

Beim 29. Berliner Jazztreff am vergangenen Wochenende konnte man die ganze Bandbreite dieser Musikrichtung hören, von feinfühligen Balladen, über die Klassiker des Swing bis hin zu A-Capella-Gruppen á la Comedian Harmonists.  

Der Hauptpreis ging an Sidney Werner und seine Band Der Organismus – sie sind nun für den Bundesausscheid des SKODA-Jazzpreises nominiert, der 2015 in Potsdam stattfindet. „Wir werden proben, beim Wettbewerb spielen und dann natürlich das Beste hoffen“ sagte Bassist Werner zu dem Erfolg. „Und wir sind halt tierische Spieler und deshalb klappt das so gut“, ergänzt Querflötist Lukas Backs. Für Sydney ist die Kommunikation das, was er am Jazz schätzt. Und egal ob er mit seinen Leuten auf der Bühne stand oder die ganzen Bigbands und anderen Combos. Egal ob alt oder jung: Sie alle lebten den Jazz. Und nicht nur die Musiker und Solisten der Bands waren einzigartig, sondern auch die Dirigenten: Die eine wurde beim Einzählen schneller, der andere konnte kein Englisch und ein anderer dirigiert pulsierende Cha-Cha-Rhythmen mit einer Ganzá, einer brasilianischen Rassel, in der Hand.

Man wurde in ferne Zeiten und Länder versetzt: Mal nach Tokio, mal ins New York der 30er Jahre und mal an den Strand von Rio de Janeiro. Doch wenn man in der Pause in das Café Olé geht und von einer freundlichen Bedienung á la Berliner Schnauze begrüßt wird, kommt man schnell wieder ins hier und jetzt nach Berlin zurück.

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