Schwarz-Gelbe Weihnachten : Wie kommt man als Fußballfan über die Feiertage?

Der BVB überwintert auf dem 17. Tabellenplatz, für die Fans mischt sich Frust mit Langeweile. Eine explosive Mischung. Unser Kolumnist solidarisiert sich mit den Schwarz-Gelben und hat ein paar Tipps zusammengestellt.

David Fresen
Wenig zu Feiern, gab es in den vergangenen Monaten für Borussia Dortmund. Jetzt kommt die Winterpause. Was tun?
Wenig zu Feiern, gab es in den vergangenen Monaten für Borussia Dortmund. Jetzt kommt die Winterpause. Was tun?

Nehmen wir einen beliebigen Dortmunder Anhänger, der nicht gerade ein Erfolgsfan ist, da die mittlerweile schon alle weitergewandert sind. Nach der schlechtesten Dortmunder Hinrunde seit 30 Jahren und zwei Niederlagen in den letzten drei Spielen steht der Verein nur auf Platz 17, punktgleich mit dem Tabellenletzten. Scheiße gelaufen, kann man nichts machen. Außer jedes Mal wieder in der Südtribüne zu stehen und die Jungs auf dem Rasen zu unterstützen. Aber das geht ja nicht mehr. Winterpause. So ein Dreck. Was soll man da bloß machen?

Der normale Zeitplan ist ganz einfach. Freitag: Abendspiel. Samstag: erst zweite, dann erste Bundesliga, abends das Top-Spiel. Sonntags die Sonntagsspiele, logisch. Montag: Topspiel zweite Liga. Dienstag und Mittwoch: Champions League. Donnerstag: Europa League. Nun kommt aber diese Winterpause daher und wirbelt alles durcheinander. Auf einmal kommt im Ersten nicht mehr die Sportschau, sondern „Kevin – Allein zu Haus“ oder „Rudolph mit der roten Nase“. So sieht dann auch der Alltag eines Fußballfans aus. Allein zu Hause, sitzt er ratlos mit einem Monate alten Kicker in der einen und einer leicht roten Nase aufgrund des Bieres in der anderen Hand – und wartet. Immer wieder sagt er sich: Die Winterpause ist bald vorbei. Die Winterpause ist bald vorbei.

Facebook und Youtube können helfen

Eigentlich war er sogar ein bisschen glücklich, als die Hinrunde vorbei war. Jetzt hat der Verein ein bisschen Ruhe, die Spieler können sich auf das Training konzentrieren und endlich wieder ihre Form finden. Das Trainerteam kann die Taktik anpassen und alle können sich mental auf den Abstiegskampf einstellen. Und, vielleicht das wichtigste, es können neue Spieler geholt werden. Dementsprechend stehen auf der Wunschliste neben einem Trikot auch eine ganze Reihe von Spielernamen. Ganz oben: Reus. Für die Transferphase ist natürlich schon alles vorbereitet. Sämtliche Transfer-Ticker Seiten wurden auf Facebook geliked, die Gerüchteküche-Seiten wurden vorsichtshalber schon mal geöffnet und es wurde noch einmal gecheckt, ob denn der Kicker auch wirklich noch abonniert ist. Die jetzt schon gehandelten Spieler werden schon einmal gescoutet, das heißt seine Fifa Werte werden analysiert oder dessen Best-Goals-and-Skills-Videos angeschaut.

Ansonsten wird das Weihnachtsfest aber eher traurig. Das schwarz-gelbe Lametta ist nur halbherzig aufgehängt, die Schokolade aus dem BVB-Adventskalender schmeckt nur noch halb so gut und das BVB-Bilderalbum erinnert sehnsüchtig an bessere Zeiten. Deswegen muss Ablenkung her.

Was kann man eigentlich noch tun, neben Fußball gucken?

Die naheliegendste Lösung ist Fußball gucken. Die Premier League kennt das Wort „Winterpause“ nicht, dort wird statt mehr als einem Monat nur ein paar Tage pausiert. Auch wenn der englische Fußball anders ist, als der deutsche, es ist immer noch Fußball. Außerdem bietet sich gleichzeitig die Gelegenheit, ein paar geeignete Spieler zu finden und darüber zu fantasieren, wie es wohl wäre, wenn Sergio Agüero bei Dortmund spielen würde. Alternativ kann das gleiche auch mit der spanischen Liga gemacht werden.

Wer nicht nur herumsitzen will, kann ja selber Fußball spielen. Warum denn immer nur zugucken? Mit ein paar Freunden zu bolzen macht ja genauso viel Spaß – natürlich außer wenn man verliert. Aber das ist ja keine Option. Im Winter bietet es sich an, nicht nur draußen zu spielen, sondern mal etwas Neues zu probieren und Futsal in der Halle zu spielen.

Alternative: Fußball spielen, aber virtuell. Wer hat gesagt, dass Dortmund kein Meister werden kann? Einfach Kloppo und Co. beweisen, dass die Borussia eigentlich mit dem Abstiegskampf nicht in Verbindung stehen dürfte. Eine mögliche Gefahr besteht jedoch: Es könnte zu Realitätsverlust kommen, wenn man sich die Wahrheit einfach nicht eingestehen will. Eine Notlösung wäre es, Wiederholungen zu gucken. Ob „Best Goals of Borussia Dortmund“ oder die Aufzeichnung des Pokalfinales 2012 gegen die Bayern, wenn man von besseren Zeiten träumt, ist Zurückgucken durchaus erlaubt. Ein Nachteil: Wenn die Wiederholung vorbei ist, wird man sich der Gegenwart umso schmerzhafter bewusst.

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