"Stadtrandlichter" von Clueso : Zwischen Aufbruch und Ankunft

Mit 34 ist es an der Zeit, erwachsen zu werden? Das neue Album „Stadtrandlichter“ von Clueso klingt immer noch nach Chaos und Peter Pan.

Jolinde Hüchtker
Den Namen "Clueso" hat Thomas Hübner von "Inspektor Clouseau" aus dem Film "Der rosarote Panther".
Den Namen "Clueso" hat Thomas Hübner von "Inspektor Clouseau" aus dem Film "Der rosarote Panther".Foto: promo/ Christoph Koeslin

„Wir wollen das Leben fühlen/Wollen es live sehen/Einfach loslaufen und zu weit gehen.“, heißt es in Cluesos aka Thomas Hübners frischer Single „Freidrehen“. Mal was ganz neues für unsere autonome Rumtreiber-Generation.

Zum Glück folgt nun das ganze Album - „Stadtrandlichter“ - mit mehr Inhalt und weniger Radiohitqualität.

Es geht ums Älterwerden und ums Peter Pan bleiben, ums Abhauen und um die Wiederkehr. Immer mit dabei, der etwas verpeilte, zerbrechliche Cluesogesang. „Weit weg wollt‘ ich wissen wer ich bin/Heimkehr bleibt ein Woher und ein Wohin“. Klingt nach Selbstfindungstrip. „Hinter meiner Stirn ist es rasend laut und schnell“ und „Alles dreht sich und ich dreh mich mit“ klingt nach Chaos. 

Trotz des immer gleich bleibenden Duktus, dem der Erfurter Clueso seinen Wiedererkennungswert verdankt, findet man in dem Album musikalische Feinheiten. Das „Interlude 1“ ist mit Alltagsgeräuschen wie Feuerwehrsirenen bestückt, der Song „Unter Strom“ klingt fast etwas orientalisch. 

Ein Album zwischen Aufbruch und Ankunft. Was zu kurz kommt, sind die alten Lieder über die junge Liebe. Vielleicht war Clueso zu sehr mit dem „Frei Sein“ beschäftigt, um über seine Herzensangelegenheiten zu schreiben. Vielleicht ist er aber auch doch erwachsen geworden. 

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