Tokio Hotel : Mehr Vorstadt als König

Fünf Jahre lang hat man nichts von Tokio Hotel gehört. Nun sind die fünf Jungs aus Magdeburg wieder zurück. Leider klingt "Kings of Suburbia" immer noch so wie früher.

Cyrill Callenius
Habt ihr auch schon so sehnsüchtig auf das neue Tokio Hotel Album gewartet?
Habt ihr auch schon so sehnsüchtig auf das neue Tokio Hotel Album gewartet?Foto: promo

Die größte Änderung zu Beginn: Bill Kaulitz singt jetzt ausschließlich in Englisch. Ob ihn dann seine deutschen Fans noch verstehen? Na gut, kommen wir zum Inhalt. Das Album dreht sich größtenteils um die Liebe, mal traurig, etwa am Anfang von „Run Run Run“ („there`s nothin' left to heal“), mal fröhlich, wie in „Never let you down“. Außerdem sind Wiederholungen von Worten besonders häufig in den Texten zu finden, am besten zu sehen an dem Song „Girl Got A Gun“ in dem das Wort "Gun" ständig wiederholt wird (beziehungsweise "Run" im späteren Verlauf des Liedes). Das ist nicht nur langweilig, sondern wirkt auch ideenlos.

Eine relativ große Ausnahme bildet das albumbetitelnde Lied „Kings of Suburbia“, das sich mit Identitätsfindung, Drogen und, wie der Name schon sagt, sich mit dem Leben in der Vorstadt beschäftigt. Im Gegensatz zum Rest des Albums, ist der Text annehmbar. 

All das mit der hohen Stimme von Bill Kaulitz, bei der man mehrmals nachschauen muss, ob die Gläser neben der Musikanlage noch heil sind. Musikalisch ist das Album dem Elektro-Pop zuzuordnen. Die „Melodien“ besitzen kaum einen Wiedererkennungswert (was durch die Texte noch einmal verstärkt wird). Man merkt an vielen Stellen nicht einmal, dass überhaupt Instrumente verwendet wurden. Teilweise gehen diese Beats zwar durchaus in Ordnung, beispielsweise der von „Stormy Weather", aber die zu oft doch sehr electrolastigen Sounds sind für meinen Geschmack einfach überhaupt nichts. 

Mit „Kings of Suburbia“ haben die Jungs von Tokio Hotel ein recht gutes Lied auf einem ziemlich langweiligen Album veröffentlicht. Mit 11 Songs und ca. 39 Minuten Spielzeit ist es zudem nicht besonders lang geworden.

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