U20-Poetry-Slam-Meisterschaften in Berlin : „Es macht riesen Spaß das Publikum anzuheizen"

"Ich freue mich extrem". Marvin Weinstein ist einer der Moderatoren der U20-Poetry-Slam-Meisterschaften in Berlin. Ein Gespräch über seinen Einstieg in die Szene und die Qualitäten, die einen guten Slamer ausmachen.

Cyrill Callenius
Marvin Weinstein moderiert die diesjährigen U20-Poetry Slam-Meisterschaften.
Marvin Weinstein moderiert die diesjährigen U20-Poetry Slam-Meisterschaften.Foto: Gudrun Arndt

Vor zwei Jahren nahm Marvin Weinstein zum ersten Mal am Acker-Slam in Wedding teil. Seitdem tritt er auf vielen Bühnen auf.

Kannst du dich noch an deinen ersten Auftritt erinnern? Warst du aufgeregt?

Ich habe mir zuerst zwei Slams angeschaut. Erst das Finale der Berliner-Meisterschaft, da hat mich der Mut etwas verlassen, aber dann den Acker-Slam im Januar. Und dann habe ich mich doch getraut.

Wie bist du dazu gekommen die Slams zu moderieren?

Das hat damit angefangen, dass 2012 eine ehemalige Schulkameradin einen neuen Slam im Jugendclub Tube gegründet hat. Das wollte ich unterstützen und habe teilgenommen, beim zweiten Slam im Tube bin ich dann als Moderator eingestiegen. Damals war Nick Pötter, mit dem ich bei den diesjährigen Meisterschaften moderieren werde, auch das erste mal auf einer Slam-Bühne zu sehen. 

Und was macht mehr Spaß - Moderieren oder Teilnehmen?

Das lässt sich schwer sagen. Eigene Texte vorzutragen ist natürlich das Kernelement für jeden Slammer. Aber mit der Moderation das Publikum anzuheizen macht auch riesigen Spaß. Im Endeffekt will ich nichts von beidem missen. 

Was macht einen guten Slammer aus?

Ein Slammer an sich sollte zunächst erstmal seine Freude am Schreiben in seiner Vortragsweise widerspiegeln können. Damit lässt sich schon sehr viel rausholen. Ein wirklich guter Slammer entwickelt seinen eigenen Stil und zeigt Originalität, ein selbstsicheres Auftreten beim Vortrag und ein ausgereiftes Handwerk beim Schreiben. Das meiste davon lernt man erst mit der Zeit, wenn man sich an die Bühnensituation gewöhnt hat. Die wenigsten sind von Beginn an auf einem ganz hohen Niveau. 

Hat sich deine Ansicht im Lauf der Zeit geändert?

Die Sicht an sich hat sich nicht verändert. Aber ich bin durchaus kritischer geworden mit der Zeit, auch mir selbst gegenüber.

Was für Texte eignen sich zum Slammen?

Da kann man jetzt sehr lange drüber debattieren. Dadurch, dass sich auch verschiedenster Textformen bedient wird, kann man das schwer auf einen Nenner bringen. Wenn man seinen Text zuhause laut liest, dann merkt man auch, ob es ein Text ist, der sich zum Vortragen eignet oder ob es eher ein "Lesetext" ist. Da spielen Metrum, Unterhaltungspotential, Länge und Verständlichkeit eine Rolle. 

Was würdest du Neueinsteigern mit auf den Weg geben?

Ich würden ihnen raten, sich nicht zu schnell entmutigen zu lassen, wenn es anfangs nicht so dolle läuft. Erfolgreichen Neueinsteigern dagegen, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen. Jeder kann noch wachsen und sich verbessern. Es ist gut, sich ein Vorbild zu suchen und sich an dem zu orientieren. Aber irgendwann muss man sich davon lösen. Nur die Originale bringen es wirklich weit. 

Freust du dich auf die Meisterschaften?

Ich freue mich extrem. Letztes Jahr war ich leider knapp über dem Alterslimit und durfte deswegen nicht mit nach Kiel. Umso mehr freue ich mich darauf, in diesem Jahr Teil des ganzen Brimboriums zu sein.

 

Die U20-Poetry-Slam-Meisterschaften finden vom 24.-27. September im Grips Theater statt. In unserer Serie haben wir mit Teilnehmern, ehemaligen Gewinnern und aktiven Autoren gesprochen. Das Programm findet ihr auf www.grips-theater.de

Das ist ein Beitrag unseres neuen Jugendmagazins "Der Schreiberling". Lust auf mehr? Folgt uns auf www.facebook.de/schreiberlingberlin

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