Youtube-Aktion 361 Grad Respekt : Youtuber setzen sich gegen Cybermobbing ein

Beleidigungen im Netz haben Auswirkungen auf das reale Leben - und das nervt. Besonders, wenn sich Jugendliche zusammenschließen, um jemanden fertig zu machen. LeFloid, Daaruum und weitere Youtuber setzten dagegen ein Zeichen.

Sieba Abadi
Der Youtuber LeFloid heißt eigentlich Florian Mundt, ist 27 Jahre alt und setzt sich gegen Cybermobbing ein.
Der Youtuber LeFloid heißt eigentlich Florian Mundt, ist 27 Jahre alt und setzt sich gegen Cybermobbing ein.Foto: dpa

„Wenn ich Freunde zum Essen einlade, stundenlang  koche, zu Tisch bitte und dann einer während des Essen die Hose runterzieht und auf den Tisch kackt, dann ist vollkommen klar, dass er ein Depp ist. Und wenn er seinen Dreck nicht wegmacht und sich entschuldigt, wird er das auch bleiben. Genau so ist es auch im Internet! Was ich im Bus nicht will, will ich auch nicht auf Twitter oder YouTube,“ sagt die Youtuberin Marie Meimberg und fordert, dass man aufhören sollte, das Internet als Gegenstück zur „realen Welt“ zu verstehen, weil es mittlerweile ein Teil von ihr ist. Man soll sich gegenseitig mit Respekt und Toleranz behandeln, egal, ob online oder offline.

Ihr wisst ja alle, wie das läuft: Opfer von Cybermobbing bekommen boshafte Nachrichten auf Facebook, Youtube oder WhatsApp und weil man nicht alleine mobben kann, schließen  sich Hassgruppen zusammen, um irgendeinen Pechvogel gemeinsam zu erniedrigen und fertig zu machen. Dann werden intime und peinliche Bilder ins Netz gestellt oder Gerüchte gepostet und in der realen Welt verbreitet.

Für die Opfer wird das Leben zur Hölle, sie haben keine Chance. Denn die sozialen Medien sind überall. Die Folgen gehen von Depressionen und  Essstörungen bis hin zu Selbstverletzung und Selbstmord.

Um sich gemeinsam gegen Mobbing im Internet stark zu machen und ein Zeichen zu setzen, trafen sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, YouTube Stars wie LeFloid, Daaruum und Jugendliche aus Berlin und Gera am vergangenen Donnerstag in der Berlin Factory zur „361° Respekt“-Abschlussveranstaltung.

Unter diesem Motto hatte die Kampagne im letzten Jahr Jugendliche dazu aufgerufen, sich aktiv mit dem Thema Cybermobbing auseinanderzusetzen und eine Videobotschaft auf die 361°- Plattform zu stellen. Rund 2,1 Millionen Mal wurden die Filme schon geklickt. Familie, Freunde und Mitgefühl für andere werden dort als Mittel gegen Mobbing genannt.

In ihrer Rede bestärkte Manuela Schwesig noch einmal, dass vor allem Eltern das Vertrauen haben sollten, in so einem Fall, richtig mit dem Thema umgehen zu können. Das ist zwar ein guter Rat – aber alle Jugendlichen wissen, dass das oft nicht so einfach ist, wie es klingt – vor allem, wenn man sich für das schämt, was verbreitet wird.

Außerdem sagte die Familienministerin, dass Cybermobbing mit der Freiheit des Menschen zusammenhängt: „Freiheit im Netz heißt nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will. Die Freiheit endet, wenn ich einem anderen Menschen die Freiheit nehme, indem ich ihn einschränke und verletze.“

Nilam Farooq, besser bekannt als daaruum – mit fast einer Million Abonnenten einer der berühmten YouTuber Deutschlands – sprach von negativer Erfahrung auf Youtube und Hater-Kommentaren: „Das Thema wird immer wichtiger. Ausgrenzung darf nirgendwo einen Platz haben!“
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