Jugendclub : Jugendliche unerwünscht

Die „Kirche von Unten“ wollte Anfang Januar eigentlich nach Moabit umziehen, das ist kurzfristig geplatzt. Doch es gibt eine Alternative.

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Der geplante Umzug der von der Räumung bedrohten Jugendkultureinrichtung „Kirche von Unten“ (KvU) von Mitte nach Moabit ist geplatzt. Nun hoffen die Jugendlichen, im Industriegebiet in der Storkower Straße in Prenzlauer Berg eine neue Heimat zu finden. So könnte die 1987 als DDR-Oppositionsgruppe gegründete Einrichtung im Ostteil der Stadt bleiben.

„Wir verhandeln mit dem Investor“, sagt Jörg Zickler, Sozialarbeiter in der KvU. Wenn alles klappe, könne man schon Mitte Januar umziehen. Die neuen Räume seien mit 250 Quadratmetern etwa so groß wie die jetzigen und liegen laut KvU-Sprecher Elias Greger im Industriegebiet an der Storkower Straße nahe des Pankower Jobcenters. „Wir haben zwar eine mündliche Zusage des Eigentümers, aber der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, und es gibt offenbar noch andere Interessenten“, sagt Greger. Während der Bezirk Pankow bereits seine Zustimmung gegeben habe, fehle noch die Zusage des Senats.

Greger hofft, dass der KvU eine erneute kurzfristige Absage erspart bleibt. Die Einrichtung sollte wie berichtet Anfang des Jahres aus den Arkonahöfen in der Kremmener Straße in Mitte, wo sie sich seit 1992 befindet, in das Gemeindehaus der Reformationskirche Wiclefstraße/Ecke Beusselstraße ziehen. Doch das Vorhaben scheiterte plötzlich – in Moabit hatte man offenbar Angst vor Lärmproblemen mit den neuen Mietern, die auch Konzerte veranstalten wollen. Im Industriegebiet sollte das kein Problem sein: Dort gibt es keine direkten Anwohner.

Mit dem Umzug will die KvU der seit Jahren drohenden Räumung zuvorkommen. Bereits im Februar steht der nächste Gerichtstermin an. Die Eigentümerin des Gebäudekomplexes in der Kremmener Straße, die Wiener Immowert Immobiliengruppe, will dann die Räumung der Jugendkultureinrichtung erreichen. Deren Vertrag wurde eigentlich schon zu Beginn des vergangenen Jahres nicht verlängert. Durch einen juristischen Trick blieb ein Großteil der Nutzer der KvU als Verein „Mobile Bausubstanz“ allerdings in den Räumen.

In den Arkonahöfen plant Immowert den Bau von Eigentumswohnungen und Lofts. Der bestehende Gebäudekomplex soll nach Angaben des Bezirksamts Mitte um zwei Stockwerke erhöht werden. Christoph Spangenberg

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