Jugendkriminalität : 14-jähriger Intensivtäter vor Gericht

Der mutmaßliche Anführer einer Neuköllner Jugendbande muss sich seit Donnerstag vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen einer Raubserie verantworten.

Berlin - In dem nicht öffentlichen Prozess gegen den 14-Jährigen geht es um insgesamt 35 Straftaten. Vorgeworfen werden dem Jugendlichen schwerer Raub, Erpressung und gefährliche Körperverletzung.

Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der "Neuköllner Killer-Boyz" soll der Jugendliche bei den in Bussen und auf Straßen verübten Raubzügen zum Teil mit Waffengewalt Geld, MP3-Player und Handys von anderen Jugendlichen erpresst haben. Der Angeklagte muss sich daher auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor dem Jugendrichter verantworten.

Schon 70 Straftaten begangen

Im Ermittlungsverfahren hatte der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt. Am 23. Mai dieses Jahres war er nach zwei hintereinander begangenen Taten in der Pannierstraße in Neukölln festgenommen worden. Ein Raubopfer hatte den 14-Jährigen wiedererkannt. Bei der Polizei ist der Jugendliche bereits als Intensivtäter bekannt.

Den Ermittlungen zufolge gehen 70 derartige Straftaten auf das Konto des 14-Jährigen. Verteidigerin Dagmar Friedenstab bestätigte am Rande des Prozesses, dass "noch mehr im Raum" stehe. Nach Angaben der Verteidigerin wurde am Donnerstag vor Prozessbeginn bereits ein neuer Haftbefehl gegen den in Untersuchungshaft sitzenden Jugendlichen erlassen.

Jugendstrafe auf Bewährung gefordert

Wegen der Vielzahl und der Schwere der Taten rechnet die Verteidigung mit einer Jugendstrafe. Sie strebt jedoch eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung an, so dass dem Jugendlichen "professionelle Hilfe" gegeben werden kann. Ihren Angaben nach hat sich der 14-Jährige während der sechsmonatigen Untersuchungshaft zum "Positiven" verändert. Er gehe wieder zur Schule und habe sich sowohl mit den Taten als auch mit seinem bisherigen Leben auseinandergesetzt. Der Prozess wird am 16. November fortgesetzt. (tso/ddp)

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