Berlin : Jugendliche griffen Busfahrer an

Sechs Täter entkamen, Opfer erlitt einen Schock

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Wieder ist ein Busfahrer der BVG von aggressiven Jugendlichen angegriffen und mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden, dieses Mal in Wilmersdorf. Am Sonnabendnachmittag um 16.45 Uhr hatte der Fahrer eines Wagens der Linie 186 bemerkt, wie eine aus sechs Personen bestehende Gruppe versuchte, die Notverriegelung der hinteren Tür zu öffnen. Da war der Bus mit etwa 15 weiteren Fahrgästen in der Wiesbadener Straße unterwegs. Weil der 28Jährige Fahrer befürchtete, dass die Jugendlichen während der Fahrt aussteigen und sich dabei verletzen könnten, machte er eine Vollbremsung, bis der Bus stand. Die sechs Jugendlichen – nach Angaben der Zeugen zwölf bis 16 Jahre alte Araber – kamen nach vorne und stiegen durch die vordere Tür aus. Einer der Jugendlichen, etwa 14 Jahre alt und 1,50 Meter groß, schlug beim Herausgehen mit der rechten Faust dem Mann kräftig ins Gesicht und versuchte ihn zu bespucken. Danach flüchtete die Gruppe in Richtung Rudolf-Mosse-Platz, eine Absuche der Umgebung blieb erfolglos. Der 28-jährige Busfahrer kam mit einem Schock ins Krankenhaus.

Zuletzt hatte es am vergangenen Wochenende zwei ähnliche Fälle gegeben. Ein 16-jähriger Türke konnte in Kreuzberg festgenommen werden, nachdem er einem Fahrer in Tempelhof ins Gesicht geschlagen hatte. Zwei offenbar arabischen Jugendlichen gelang nach einem Angriff die Flucht. Nach diesen Fällen hatte die BVG am Dienstag angekündigt, dass künftig alle neuen Busse mit Sicherheitsscheiben am Fahrersitz und einer Videoanlage ausgerüstet werden. Zudem werde mit den Herstellern derzeit über eine Nachrüstung der vorhandenen Fahrzeugflotte mit diesem Schutz verhandelt. Die neuen Scheiben sind hinter dem Sitz montiert und etwas seitlich herumgeschwungen; sie schützen den Fahrer zwar gegen Angriffe von hinten, nicht jedoch gegen Attacken wie am Sonnabend.

In diesem Jahr wurden bis Ende September bereits 80 Angriffe auf Busfahrer registriert.

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