Berlin : Jugendliche quälten 53-Jährigen zu Tode

Mord in Rudow: Fünf mutmaßliche Täter haben gestanden. Sie sind zwischen 16 und 21 Jahre alt

Jörn Hasselmann

Fünf Jugendliche und Heranwachsende haben gestanden, am vergangenen Sonnabend den 53-jährigen Neuköllner Erwin B. beraubt, misshandelt und erschlagen zu haben. Die fünf Täter sind zwischen 16 und 21 Jahren alt, alle sind aus Polen, leben aber in Berlin. Wie berichtet, war der Sozialhilfeempfänger am Sonntag vor einer Woche in seiner kleinen Parterrewohnung im Theodor- Loos-Weg 17 in Rudow mit massiven Kopfverletzungen tot gefunden worden.

Die Tat hatte sich vermutlich am Sonnabend Nachmittag ereignet, da Nachbarn zu dieser Zeit Hilferufe gehört hatten. Die Kripo kam den Tätern schnell auf die Spur, denn einer von ihnen, der 19-Jährige Pavel P., wohnt im selben Haus wie der Erschlagene – und soll zudem einen Schlüssel der Parterrewohnung von B. gehabt haben. Angeblich soll P. nach der Tat seinen Stiefvater angerufen haben, dass in der Nachbarwohnung „etwas Schlimmes“ passiert sei. Der 42-Jährige fand den Toten dann in einer großen Blutlache.

Zunächst war Pavel P. als Zeuge vernommen worden, verstrickte sich dann aber in Widersprüche. Alle Täter sollen aus dem Arbeitslosen- und Trinkermilieu stammen, bis auf einen Wohnungslosen sind alle in Berlin gemeldet. Die 6. Mordkommission sucht nach Informationen des Tagesspiegels jetzt aber noch einen sechsten Kumpanen der Täter.

Die polnischen Jugendlichen hatten ihr Opfer besucht und zunächst gemeinsam mit ihm gezecht. Dann gerieten sie offensichtlich in Streit – sie misshandelten den Mann, bis er tot war. Vor ihrer Flucht stahlen sie diverse elektronische Unterhaltungsgeräte aus der Wohnung. Drei der Männer erhielten am Donnerstag Haftbefehl wegen Raubmordes, die anderen wurden am Freitag einem Richter vorgeführt. Wer bei dieser Tat welche Rolle spielte, und ob sie geplant war, muss noch ermittelt werden. Offen blieb gestern, ob Pavels Freunde den Sozialhilfeempfänger erst am Tattag kennen gelernt hatten.

In einem andereren Fall schwerer Jugendkriminalität stehen derzeit drei 16- und 17-Jährige aus Bosnien, Libanon und dem Kosovo wegen Mordes vor Gericht. Sie sollen im Mai einen Lehrer in Köpenick beraubt und getötet haben.

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