Berlin : Jugendliche Räuberbande gefasst

Eingeschüchterte Opfer gingen nicht zur Polizei

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Die Jugendlichen fuhren für ihre Raubzüge nach Zehlendorf. Denn dort, im gutsituierten Bezirk, hofften sie auf größere Beute. In den Bahnhöfen Krumme Lanke und Dahlem Dorf sowie vor der AlfredWegener-Schule überfielen sie seit Februar gleichaltrige Jugendliche, schlugen sie zusammen oder hielten ihnen ein Messer an die Kehle. Sie raubten Geld und Telefone. Hinterher drohten sie den Opfern für den Fall einer Anzeige schwerste Repressalien an. Deshalb trauten sich auch nur drei Jungen zur Polizei, die beiden anderen Taten wurden erst nach der Festnahme des ersten Täters bekannt. Die Ermittler glauben, dass das Quintett mindestens fünf weitere Taten begangen hat, und bittet jetzt die Opfer, sich zu melden.

Bei einer Tat am 1. März in der U-Bahn-Linie 1 in Dahlem wurde ein Schüler mit dem Schlagstock verprügelt, er kam mit Prellungen davon. Er musste seine Sportschuhe und seinen Sportpullover ausziehen. „Sie haben ihre Opfer gezielt ausbaldowert“, sagte ein Ermittler der Kripo. Mit Erfolg: Die geraubten Telefone kosteten um die 500 Euro pro Stück. Nach ihrer Festnahme sagten die Täter bei der Polizei aus, dass sie auch deshalb in Zehlendorf tätig wurden, weil sie dort weniger Gegenwehr und mehr Angst vor einer Strafanzeige vermuteten.

Die 15 und 16 Jahre alten Täter, zwei Deutsche und drei Araber, kannten sich teilweise aus einer Wilmersdorfer Schule, einige Verwandte aus Marienfelde und Neukölln stießen dann zur Bande. Am 7. März war Schluss, ein Opfer erkannte einen Täter auf der Straße wieder und holte die Polizei. Die Ermittler kamen den übrigen Tätern schnell auf die Spur, ließen sie aber dennoch auf freiem Fuß. Die Polizei bittet Opfer der Bande, sich unter Telefon 7672 55522 bei der Kriminalpolizei der Direktion 4 zu melden. In diesem Zusammenhang betont die Polizei, dass jugendliche Opfer in der Vergangenheit so gut wie nie spätere Repressalien durch die Täter erleiden mussten, weil sie trotz „Warnung“ vor einer Strafanzeige zur Polizei gegangen sind. Ha

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