Berlin : Jugendrichter warnen vor neuer Gewalt

-

Gewalt, Hass und Angst gehören für viele Jugendliche zum Alltag in ihren Kiezen. Jetzt warnen Berliner Richter vor einer neuen Dimension der Jugendgewalt. In Teilen von Neukölln, Tiergarten, Schöneberg und Wedding steige die Zahl der Gewaltverfahren anhaltend, die Delikte würden immer schwerer und die Täter immer jünger. Die Mehrheit der jugendlichen Serientäter seien arabischer oder türkischer Herkunft. „Manche Bezirke kommen mächtig ins Rutschen“, sagt Günter Räcke, langjähriger Jugendrichter.

Die Protokolle und Gerichtsverhandlungen zeugen nach Aussage der Jugendrichter von einer neuen Tendenz. „Seit einiger Zeit stellen wir bei diesen Gewalttätern eine unverblümte Deutschenfeindlichkeit fest“, sagt Jugendrichterin Kirsten Heisig. Viele Opfer, zumeist deutsche Jugendliche, resignierten und versuchten sich mit den Umständen zu arrangieren, um gar nicht erst den Zorn gewisser Cliquen zu erregen. „Wir erleben täglich, dass vieles richtig schlimm schief läuft“, sagen die Jugendrichter.

Um kriminelle Karrieren zu verhindern, müssten bereits die Schulen früher und entschiedener eingreifen, fordern die Richter. Viele der jungen Straftäter hätten schon in der Grundschule regelmäßig geschwänzt. „Die Schulpflicht wird nicht konsequent umgesetzt“, sagen Heisig und Räcke. Von einer Gesetzes-Verschärfung halten die Richter nichts, plädieren aber für die Einrichtung geschlossener Heime in Berlin. Ferner unterstützen sie die Idee, kriminelle Kinder früher von ihrer Familie zu trennen. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben