Jugendstrafanstalt Spandau : Brutale Häftlinge angeklagt

Wegen versuchter Erpressung und Misshandlung eines Mithäftlings müssen sich zwei 19- und 20-jährige Männer vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten.

Berlin - Den jungen Männern wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres einen Gefangenen in der Spandauer Jugendstrafanstalt durch Messerstiche verletzt zu haben, um ein Handy vom Opfer zu erpressen. Der jüngere Angeklagte soll dabei den auf einem Stuhl sitzenden Häftling festgehalten haben, während ihm der Mitangeklagte mit einem Brotmesser Schnitte in Unterarm, Brustkorb, Rücken und Bauch zufügte.

Die Angeklagten, die zum Prozess aus der Haftanstalt vorgeführt worden, wollten sich zu dem Vorwurf nicht äußern. Einem Justizvollzugsbeamten waren die Verletzungen des Opfers erst zwei Tage später aufgefallen, als dieser vom Duschen zurück kam. Erst beim Arzt habe der Geschädigte offenbart, woher er die Schnittwunden habe, sagte der 51-Jährige. "Die Jungen bei uns wollen halt gern telefonieren", äußerte er zum Motiv der Tat.

Darüber hinaus soll der 21-jährige Angeklagte einen Mithäftling im Februar 2006 im Frühstücksraum mehrfach ins Gesicht geschlagen haben, selbst als dieser schon am Boden lag. In diesem Fall hat sich der Angeklagte auf "Notwehr" berufen. Seinen Angaben nach hatte er sich gewehrt, weil ihn der Mithäftling unerwartet von hinten in den Schwitzkasten genommen und auf den Kopf geschlagen hatte. Der Prozess wird nächste Woche Mittwoch fortgesetzt. (tso/ddp)

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