Berlin : Jung, ausgebildet, arbeitslos

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Sie sind jung, motiviert und ausgebildete Gärtner oder Fleischer. Trotzdem sind sie frustriert: Sie finden keinen Job. 33000 Arbeitslose in Brandenburg sind unter 25 Jahre, in Berlin sieht es nicht besser aus. Die Katholische und die Evangelische Akademie in Berlin haben gestern, am UnoWelttag gegen Armut, nach Auswegen aus der steigenden Jugendarbeitslosigkeit gesucht – mit Jugendlichen und der frisch gekürten Brandenburger Justizministerin Beate Blechinger (CDU), mit Rolf Seutemann, der die Bundesagentur für Arbeit in Berlin-Brandenburg leitet, mit Unternehmern und privaten Ausbildern.

Einig waren sich alle, dass zu viel Geld in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gesteckt wird und zu wenig in die Wirtschaftsförderung. Arbeitsagentur-Chef Seutemann gab den Jugendlichen deshalb den Rat, sich im Westen nach Arbeit umzuschauen – um den Preis, dass Brandenburg weiter verödet. Beate Blechinger glaubt, dass man Arbeitsplätze in Brandenburg schaffen kann, wenn man nicht wie bisher auf Großinvestoren hofft, sondern mittelständische Unternehmen fördert. Außerdem müssten mehr Schüler zum Abitur geführt werden. Da seien aber nicht nur Schulen gefordert, sondern auch Eltern. „Familienpolitik heißt nicht nur, Eltern immer mehr Geld zu geben, sondern ihre Erziehungskompetenz zu stärken.“ Auch die Jugendämter müssten die Eltern stärker überwachen.clk

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