Berlin : Junge Muslime werden immer religiöser

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Die muslimischen Jugendlichen in Berlin werden immer religiöser, besonders seit dem 11. September vor fünf Jahren ist dies zu spüren. Darüber waren sich gestern Lehrer und Islamwissenschaftler, Migrantenvereine und Jugendliche einig, die an der Tagung „Was glaubst du?“ teilgenommen haben. Zu der Tagung hatte die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen. Es wurde vor allem über die Folgen dieser wachsenden Religiosität für die Gesellschaft diskutiert.

Ein Kreuzberger Lehrer beschrieb, wie muslimische Schüler mit der Religion Menschenrechtsverletzungen rechtfertigten. Etwa wenn ein Jugendlicher im Fach Politische Wissenschaft die Überzeugung vertritt, dass Frauen vor Gericht keine vollwertigen Zeugen sind, da sie im Islam nicht so viel wert seien wie Männer. Er berichtete auch von Vätern, die ihren Töchtern einen Ausbildungsplatz verweigern, weil es angeblich ihre Ehre verletze, wenn die Tochter so lange außer Haus sei. Sanem Kleff von der Initiative „Schule ohne Rassismus“ warnte aber davor, die Trennlinie zwischen fundamentalistischen, antidemokratisch eingestellten muslimischen Jugendlichen und denen mit gemäßigten, liberalen Ideen entlang der Frage zu ziehen, ob jemand religiös ist. Oft seien es soziale Probleme und Perspektivlosigkeit, die Jugendliche gewalttätig werden ließen. Ein 15-Jähriger brachte es auf diesen Punkt: „Es ist schwer, sich Respekt zu erarbeiten, aber es ist leicht, mit Gewalt Angst zu erzeugen.“ clk

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