JUNGE OSTDEUTSCHE : Auf der Suche nach früher und sich selbst

Gibt es eine unsichtbare Mauer des Schweigens nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Ost und Ost? Viele heikle Themen des Alltags in der DDR-Diktatur bekommen Jugendliche und Kinder von heute selten zu hören – in den Schullehrplänen kommt die Geschichte der deutschen Teilung auch in Berlin und Brandenburg oft zu kurz, und das Gespräch mit den Eltern dreht sich allzu oft eher um schöne Urlaubserinnerungen am Balaton als etwa um verräterische Familiengeheimnisse oder Stasi-Verstrickungen im Freundeskreis. Die vor zwei Jahren in Berlin begründete Initiative „Dritte Generation Ost“ will das Gespräch zwischen den Generationen wieder in Gang bekommen. Mit Tagungen, Biografien-Workshops und Bustouren durch die gar nicht mehr so neuen Bundesländer begeben sich die engagierten jungen Leute (meist sind sie zwischen 25 und 35 Jahre alt) auf Spurensuche nach der Vergangenheit und auch nach sich selbst. Zuweilen wirkt dies ein wenig nostalgisch, meistens aber neugierig und aufklärerisch. Die Initiative hat gerade ein Buch (Dritte Generation Ost. Wer wir sind, was wir wollen; Christoph Links Verlag) veröffentlicht – unter anderem mit einem Essay von Tagesspiegel-Berlin- Chef Robert Ide. Online informiert das Netzwerk über seine Aktionen unter www.dritte-generation-ost.de. Tsp

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