Berlin : Junge Schläger nach Überfall verurteilt Sie hatten zwei Männer brutal verprügelt

Auf der Straße fühlten sich die drei Angeklagten wieder einmal stark. Obwohl einer der vorbestraften 18- bis 21-Jährigen nach einem Freigang nicht in die Jugendstrafanstalt zurückgekehrt war. Und obwohl sich ein anderer nur eine Woche zuvor nach einem Überfall kurz im Polizeigewahrsam befunden hatte. „Ich fing wohl an mit Schlägen ins Gesicht“, nuschelte gestern einer der Jugendlichen vor dem Landgericht. Wie seine Komplizen sprach er von viel Alkohol in jener Nacht. Als wäre das eine Entschuldigung.

Die drei Angeklagten hatten Ende Februar 2007 nach einem Zechgelage am S-Bahnhof Schöneweide zwei andere junge Männer angegriffen. „Die Schuhe will ich haben“, damit soll der Patrick S. das Signal gegeben haben. „S. ist zu den beiden hin, hat einen Streit provoziert“, sagte Elias H., der älteste Angeklagte. In seiner Erinnerung habe er zunächst schlichtend eingreifen wollen, behauptete H. „Das hat der Betroffene vielleicht anders gesehen.“ Geständig zeigte sich auch Jan H., der dritte im Bunde. „Ich bin einem mit dem Fuß ins Gesicht gesprungen“, schilderte er. „Der Typ ist umgefallen.“ Von Scham oder Reue war nichts zu spüren.

Mit Jan H. muss sich die Justiz seit Jahren befassen. Zunächst war er mit milden richterlichen Weisungen davongekommen – bis aus dem Dieb ein Räuber wurde. In der Nacht, als sie am S-Bahnhof zuschlugen, hätte er deshalb in einer Zelle sitzen müssen. Im August 2005 war er zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Doch knapp drei Wochen vor der Sache am Bahnhof hatte er einen Freigang genutzt, um sich abzusetzen. Nun stockten die Richter die Strafe auf: Jan H. wurde zur Gesamtstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Gegen die Mitangeklagten ergingen Bewährungsstrafen von 21 und 18 Monaten. K.G.

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