Berlin : "Junge Windmacher" beim Aktionswettbewerb Alex gesucht

Brigitte Grunert

Rudolf Hetzel ist 25, hat gerade sein Examen als Diplom-Politologe gemacht, strahlt pralle Lebenslust aus und will mit Schwung das Interesse junger Leute für die Berliner SPD wecken. Das hat seine Partei auch bitter nötig. Von den rund 20 000 Mitgliedern sind nur 3000 im Juso-Alter bis 35, 1200 bis 1300 unter 30. Für ein halbes Jahr ist Hetzel neuerdings bei der SPD angestellt. Er organisiert mit sechs Mitarbeitern den Aktionswettbewerb "Alex" für die "jüngeren Zehntausend".

Das tat er schon 1998/99. Damals wurde die Aktion als Versuchsballon gestartet. Nun ist es unter der Schirmherrschaft von SPD-Generalsekretär Franz Müntefering der zweite Anlauf. Mit dem Aktionswettbewerb sollen junge Leute zum Engagement gelockt werden, eine subtile Form der Sympathie- und Nachwuchswerbung. "Die mangelhafte Zustimmung der Jugendlichen macht uns natürlich insgesamt Sorgen. Wir wollen Kontakte aufbauen", sagte Müntefering gestern bei der Vorstellung von "Alex". Das gelte auch für Gewerkschaften und andere Parteien. Die Existenzfähigkeit und Zukunft der Parteien hänge davon ab, dass sie sich für Nichtmitglieder öffnen: "Die Demokratie braucht Windmacher." Müntefering erhofft sich von der Aktion auch Impulse für andere Landesverbände.

Der Wettbewerb bietet jungen Berlinern zwischen 14 und 30 die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorhaben zu verwirklichen. Die SPD stellt dafür Büros, Technik und Geld zur Verfügung. Der Etat des Hetzel-Teams wurde diesmal auf 100 000 Mark verdoppelt. Dafür hilft das Team mit Rat und Tat. Im vergangenen Jahr wurden 20 Projekte von 30 Einsendungen gefördert. Dazu gehörten ein HipHop-Konzert, eine Agentur, die sich um sozial Benachteiligte kümmert, ein Internet-Angebot mit Kulturtipps für junge Leute.

Bewerbungen für den Wettbewerb werden unter der Rufnummer 469 21 71, der E-Mail-Adresse alex§spd.de und über das Internet unter www.alex-2000.net entgegengenommen. Anmeldeschluss ist der 31. März. Eine Jury unter dem Vorsitz von Müntefering bewertet die Arbeiten. Das sozialste, das kreativste und das nachhaltigste Projekt werden bei einer Feier am 25. Juni mit dem "Goldenen Alex" prämiert. Das ist eine kleine goldglänzende Figur mit strahlenumkränztem Kopf. Sie sieht aus wie eine Art Sonnenmännchen, lächelt optimistisch und hält den Blick bescheiden gesenkt. Der junge Künstler heißt Burkhard Piller (26, SPD).

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