Berlin : Jurassic Potsdam

Die Stadtpolitik diskutiert über die Pläne für den Bau eines Dinosaurier-Parks Als Standort ist die Biosphären-Halle aber wohl aus dem Rennen.

Henri Kramer

Potsdam - 200 lebensgroße Saurier-Nachbildungen in einem Erlebnispark für Kinder und Erwachsene: Die Potsdamer Stadtverwaltung hofft, solch eine Attraktion nach Potsdam locken zu können. Wie Stadtsprecher Markus Klier sagte, liefen die Verhandlungen. Zu Details wollte er sich nicht äußern.

Das mögliche Großprojekt für Potsdam ist im Zuge der ergebnislos verlaufenen Suche nach einem Betreiber für die defizitäre Biosphäre ins Gespräch gekommen. Wie berichtet, hatte ein öffentlich bisher nicht bekannter Investor vorgeschlagen, eine Evolutionsausstellung in der Tropenhalle und in deren Außengelände aufzubauen. Doch daraus wird nichts: Die Stadtverordnetenversammlung hat mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich die Stadt endgültig von dem Plan verabschiedet, wieder einen privaten Betreiber für die zur Bundesgartenschau 2001 errichtete Tropenhalle zu finden. Das bedeutet – auch der Dinopark-Betreiber hat eine Absage erhalten. Allerdings haben die Stadtverordneten auch beschlossen, weiter mit dem Bieter zu verhandeln, ob auch andere Standorte in Potsdam möglich sind.

Gegen den Plan eines Saurierparks am Standort der Biosphäre spricht laut Stadtverwaltung, dass damit gegen den geltenden Bebauungsplan für das Areal verstoßen wird. Dazu gebe es laut Verwaltung Probleme mit dem Bauordnungs- und mit dem Förderrecht.

Gleichwohl zeigt sich die Stadtverwaltung von dem Konzept für den Dino-Park beeindruckt. In der Vorlage für die Stadtverordneten heißt es wörtlich, der Bieter habe „ein sehr beachtenswertes, hoch qualifiziertes Nutzungskonzept für einen Saurierpark als Evolutions-Freilichtmuseum mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung vorgelegt, das mit seiner einzigartigen Spezialisierung auf die Evolutionsgeschichte und seiner Größenordnung weltweit seinesgleichen sucht.“ Dieses könne möglicherweise an einem anderen Standort mit mehr Freifläche in Autobahnnähe und einer planungsrechtlich weniger sensiblen Umgebung verwirklicht werden. Für die Evolutionsschau samt wissenschaftlicher Forschung sind nach dem ursprünglichen Konzept 200 lebensgroße Tierkonstruktionen auf einem Rundweg von zwei Kilometern Länge geplant, wie es in den Unterlagen heißt. Einige der Dinos seien 45 Meter hoch, andere messen nur 20 Zentimeter. Der Rundweg sei nach neun Erdzeitaltern gegliedert: etwa dem Trias vor mehr als 200 Millionen Jahren, als sich die ersten Saurier verbreiteten, oder der Kreidezeit, deren Ende vor 66 Millionen Jahren auch den Untergang der Saurier bedeutete. Als letzte Station ist ein Eiszeitjägerdorf mit einer Mammutausstellung vorgesehen. In der Tropenhalle ist ein wissenschaftliches Labor geplant, in dem Besucher selbst Forschung erleben sollten. Zudem sieht das Konzept ein Restaurant mit beweglichen Tiermodellen vor. Erwähnt sind Themenausstellungen, etwa zu Fossilien aus Brandenburg oder zu Pflanzen aus der Urzeit. Verschiedene Läden sollen das Angebot ergänzen.

Ob sich ein neuer Betreiber auf eine Standortsuche in Potsdam einlässt, ohne dass eine Halle zur Verfügung steht, ist nun die Frage. Und wer der bislang öffentlich nicht bekannte Investor ist, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren. Eine Anfrage an verschiedene Betreiber von Dinoparks in Deutschland brachte vor Weihnachten nur Absagen – oder keine Antwort. Unter anderem gibt es einen auf Dinosaurier spezialisierten Themenpark in Münchehagen bei Hannover, aber auch andere Parks etwa in der Nähe von Dresden oder in Germendorf bei Oranienburg.

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