Berlin : JUSTIZ

Zwillinge zündelten

aus Ärger über den Vater



Die Zwillingsbrüder zündelten, weil sie ihren Ärger mit dem Vater irgendwie loswerden wollten. „Wir wurden oft eingesperrt“, sagten die 21-Jährigen gestern im Prozess. Neun Brände sollen sie gelegt haben – zum Teil waren zwei jüngere Geschwister dabei. Tatorte waren ihr Hochhaus in Lichtenberg, ein Wohnhaus in Neukölln und ein Park in Prenzlauer Berg. Der Schaden beträgt einige tausend Euro. Die weitgehend geständigen Brüder – laut Gutachten intellektuell minderbegabt – sind jedoch auch Opfer. Ämter haben sich um die Brüder bemüht. Der Vater aber soll mit der Arbeit seiner Söhne in einer Behindertenwerkstatt nicht einverstanden gewesen sein. Sie hätte ihm zu wenig Geld nach Hause gebracht, hieß es. Der Prozess wird am 18. Dezember fortgesetzt. K. G.

Nach der Versöhnung

schlug der Ex wieder zu

Der gewalttätige Mann hatte gelobt, sich zu ändern. Da kehrte seine damalige Freundin auch nach der dritten Trennung zurück. Wenige Tage später lag die 29-Jährige mit Kopfplatzwunden, Prellungen und gebrochenem Finger im Krankenhaus. Ayhan Ö. soll sie am 15. Juni in seiner Neuköllner Wohnung mit Fäusten, Tritten und einem Schlagstock misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag vor. Der 38-jährige Ö. aber rief: „Wenn ich das, was in der Anklage steht, alles gemacht hätte, wäre sie tot.“ Später aber entschuldigte er sich bei der Zeugin, die mit ihm knapp neun Monate zusammen war. Er habe an jenem Tag Anabolika genommen und Alkohol getrunken, sagte der breitschultrige Mann. „Da ist es eskaliert.“ Der Prozess wird Dienstag fortgesetzt. K. G.

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