Berlin : JUSTIZ

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Der Streit um eine Tüte mit 62 000 Euro begann in einem Peugeot 206 und endete mit einem blutigen Anschlag auf den Fahrer des Wagens: Der Türke Sinan S. soll in der Genthiner Straße in Tiergarten mehrfach auf Kurt R. geschossen haben. Eine Kugel verletzte den 57jährigen Geschäftsmann Kurt R. schwer, als er mit der Tüte davonfahren wollte. Acht Monate nach der Schießerei auf offener Straße hat gestern der Prozess gegen S. begonnen. Über die Hintergründe des Streits aber gibt es nach wie vor keine Klarheit. Verkäufer S., dem versuchter Mord aus Habgier vorgeworfen wird, will sich erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Ihm gegenüber saß Kurt R. als Nebenkläger. Eine Kugel hatte ihn im Kopf getroffen. Nur durch eine Notoperation konnte der Mann aus Tempelhof gerettet werden. Auch er schwieg im Gerichtssaal. Vor der Tür aber sprach er von Immobilien, die er kaufen wollte, und von einem Autokauf, über den S. und ein dritter Mann im Wagen in Streit geraten seien. Die Staatsanwaltschaft dagegen vermutet hinter dem Mordversuch ein gescheitertes Drogengeschäft. Das Geld ist bis heute beschlagnahmt. K. G.

Schwangere Freundin misshandelt:

Bewährungsstrafe

Als seine Freundin Nicole D. in der neunten Woche schwanger war, schlug er sie. Als sie ihn nicht heiraten wollte, warf er ein Messer in ihre Richtung und bedrohte sie mit dem Tode. Dann riss er der Frau den Verlobungsring vom Finger. Den Prozess wegen Körperverletzung, Nötigung und Raubes vor dem Amtsgericht Tiergarten aber nahm der Libanese Hassan K. gestern gelassen. Die Anklage geht davon aus, dass sich der 25-Jährige durch eine Ehe mit der 30-jährigen Frau einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland verschaffen wollte. Über seine Anwältin gab K. die Vorwürfe pauschal zu. Fragen wollte er nicht beantworten. Ihm gegenüber saß Nicole D., die neun Monate seine Freundin war. Er bot ihr 2000 Euro Schmerzensgeld an. Sie nahm es schweigend zur Kenntnis. Der bisher nicht vorbestrafte K. wurde zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem verfügten die Richter ein Kontaktverbot. Ohne das Geständnis hätte der Angeklagte nicht mit Bewährung rechnen können, hieß es im Urteil. Tatsächlich schuldig aber fühlt sich der Mann nicht. „Ich habe nichts gemacht, ich will nur meine Ruhe“, sagte er. K. G.

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