Berlin : Juwelenräuber gehören Rockerszene an

Nach Überfall in Wedding durchsuchte Polizei Clubhaus. Zwei Festgenommene als Intensivtäter bekannt

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Der Tatort. Vorgestern überfielen drei Männer den Laden in der Müllerstraße. Foto: dpa
Der Tatort. Vorgestern überfielen drei Männer den Laden in der Müllerstraße. Foto: dpaFoto: dpa

Nach dem Überfall auf einen Juwelierladen in Wedding am Donnerstag fahndet die Polizei weiterhin nach einem dritten Täter sowie möglicherweise einem vierten Beteiligten, der als Fahrer des Fluchtfahrzeugs fungiert haben soll. Ob die Beute bereits gefunden worden ist, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die beiden mutmaßlichen Räuber, die bereits kurz nach der Tat gefasst worden waren, sind der Polizei als Intensivtäter bekannt. Zudem sollen sie einem Rockerclub angehören. In weiteren Ermittlungen wird geklärt, ob noch am Freitag Haftbefehle gegen sie erlassen werden.

Marcel K. (24) war auf der Flucht vor den Beamten von einem Polizisten ins Bein geschossen und verletzt worden. Es besteht keine Lebensgefahr. Nach einer Operation befindet er sich weiterhin im Krankenhaus. Seine polizeiliche Akte ist recht dick: Mehrfache Raubtaten, Einbrüche, schwerer Diebstahl sowie gefährliche Körperverletzung sind dort aufgeführt. Ähnlich sieht es bei seinem ebenso festgenommenen mutmaßlichen Komplizen Ahmad A. (21) aus: Seine Ermittlungsverfahren reichen von Drogenhandel über Bandendiebstahl, schweren Diebstahl und Verkehrsdelikte hin bis zu Körperverletzungen. Beide Männer sollen laut eines Ermittlers zum Umfeld der „Hell’s Angels MC Berlin City“ gehören – jener Rockerbande, die voriges Jahr von den konkurrierenden Bandidos übergelaufen war und sich zunächst „Hells Angels Nomads Türkiye“ nannte.

Deshalb durchsuchten rund 150 Beamte am Donnerstagabend das Clubhaus in der Reinickendorfer Residenzstraße nach Beweismitteln. Mehrere auf Rockerkriminalität spezialisierte Ermittler nahmen sich zudem die Wohnungen der Festgenommenen vor und fanden dort „umfangreiche Beweismittel“, hieß es bei der Polizei. Genaueres wurde nicht genannt.

Wie berichtet, hatte ein maskiertes Räubertrio am Donnerstagvormittag einen Juwelierladen in der Müllerstraße überfallen. Sie bedrohten eine Angestellte und schlugen mit Hämmern mehrere Vitrinen ein. Anschließend flüchteten sie mit der Beute in einem silbernen Fahrzeug. Eine Zivilstreife entdeckte sie wenig später ein paar Kilometer vom Tatort entfernt. Nach kurzer Verfolgung zu Fuß konnten die Männer eingeholt werden. Einer der Polizisten soll die Männer zum Stehenbleiben ermahnt haben. Als sie weiterhin versuchten zu flüchten, schoss er Marcel K. ins Bein. Sein mutmaßlicher Komplize Ahmad A. wurde kurz darauf auf einem Brachgelände an der Swinemünder Straße überwältigt.

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