Berlin : JVA Tegel: Hungerstreik in Haftanstalt bröckelt

I.B.

Die Front der hungerstreikenden Insassen in der Haftanstalt (JVA) Tegel bröckelt. Die Zahl der beteiligten Häftlinge sei von 32 am vergangenen Freitag auf 21 geschrumpft, sagte der Staatssekretär der Justizverwaltung, Christoph Flügge, dem Tagesspiegel. Einige Gefangene haben nach eigenen Angaben mit einem Durststreik begonnen. Flügge nimmt diese Aktion nicht ernst: "Jeder Haftraum hat Wasseranschluss. Vor einem funktionierenden Wasserhahn ist noch keiner verdurstet." Die Inhaftierten bemängeln vor allem die fehlenden Resozialisierungsangebote in Tegel: So erhalte man keinen Ausgang, um sich auf die Entlassung vorzubereiten. Flügge betont dagegen, dass Berlin mit 25 Prozent eine der bundesweit höchsten Quoten des offenen Strafvollzuges habe. Bei denen, die diese Vergünstigung nicht erhalten, könne man sich nicht sicher sein, dass sie in ihre Zellen zurückkehren.

Wegen ihrer schlechten Unterbringung bereiten Gefangene in der JVA Tegel eine Petition für ihre sofortige Entlassung vor. Chancen, damit durchzukommen, bestehen jedoch kaum. "Über eine vorzeitige Entlassung entscheiden Gerichte, darauf haben wir keinen Einfluss", sagt Flügge.

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