Berlin : Käfer im Klassenzimmer Dathe-Oberschule gewinnt Naturschutzpreis

Stefan Kuhfs

Manche Schüler haben sich ja erst nicht so recht an einen Käfer herangetraut. Jetzt aber kommen einige Kinder sogar in den Ferien, schauen nach ihren Schützlingen, füttern sie, machen den Dreck weg, kontrollieren die Zähne. Eben alles, was zur Tierpflege so dazugehört. Für das Engagement ihrer Schüler und Lehrer ist die Dathe-Oberschule in Friedrichshain jetzt mit dem Berliner Naturschutzpreis ausgezeichnet worden.

Seit mehr als fünfzig Jahren gibt es an der Schule eine Biologiestation. Los ging alles im Keller, wo einer der Lehrer ein paar Aquarien aufstellte. Schnell kamen die ersten Schüler neugierig an und wollten mithelfen – und das Engagement hält bis heute an. Rund 500 bis 1000 Tiere leben heute in der Station, bei den vielen Käfern und Insekten weiß das keiner so genau. Rund fünfzig Arten gibt es, vom Leguan über die Wühlmaus bis hin zum Kaninchen ist alles dabei. Finanziert wird die Naturstation von Bezirk und Förderverein, ein Tierarzt kommt ehrenamtlich vorbei und die Schüler holen gratis Futter aus dem Einkaufsmarkt, sagt die Schulleiterin. So lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen – auch im Unterricht, in den Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag, in den Pausen. Die Stiftung Naturschutz Berlin vergibt den Preis jährlich. Mit der Auszeichnung verbunden sind eine Reihe von Projekten rund um den Naturschutz, Pilzwanderungen und Klassenfahrten. Die 1000 Euro Preisgeld sollen wahrscheinlich wieder in die Station gesteckt werden. Stefan Kuhfs

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