Berlin : Kaiserin und Sportwagen

Museumsdirektor Streidt will nicht nur die Hochkultur, sondern auch den Alltag der Brandenburger zeigen

-

Gert Streidt ist der Direktor des neuen Museums. Der 49Jährige war zuvor Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Ausstellungsmacher und Buchautor. Mit ihm sprach Claus-Dieter Steyer.

Ist Ihr Haus das lang erwartete Preußen-Museum?

Nein, unser Anspruch ist breiter. Brandenburg existiert viel länger als Preußen. Deshalb beginnen wir mit dem Mittelalter und enden 1990. Anhand des Stadtmodells von Potsdam lässt sich wunderbar Brandenburgs Weg zum Kernland der späteren europäischen Großmacht Preußen demonstrieren.

Worin unterscheidet sich Ihre Ausstellung von denen in den vielen Schlossmuseen und der im Potsdam-Museum?

Unser Schwerpunkt liegt auf der Alltagsgeschichte Brandenburgs. Die Schlösserstiftung zeigt die Kulturleistungen der Hohenzollern, das Potsdam-Museum widmet sich vor allem der Geschichte Potsdams.

Warum enden Sie ausgerechnet im Jahre 1990?

Wenn wir bis zum Jahr 2003 gegangen wären, hätten wir die Ausstellung ständig aktualisieren müssen. So ist die Neugründung des Landes Brandenburg der Endpunkt.

Welche Exponate sind besonders interessant?

Ich bin froh, dass wir die Marmor-Statue der Kaiserin Auguste Viktoria aus dem Jahre 1904 zeigen können. Fasziniert bin ich auch vom Sportwagen, der 1924 vom Flugzeugkonstrukteur Hans Grade in Borkheide entwickelt wurde.

Für wen ist die Ausstellung gemacht?

Natürlich für die Berliner und Brandenburger, aber auch für Touristen. Sie sollen ihre Entdeckungen in Potsdam und Brandenburg möglichst bei uns beginnen. Außerdem ist es unser Ziel, jede Schulklasse des Landes bei uns zu begrüßen.

Woher kommt das Geld?

Wir sind eine gemeinnützige GmbH, an der das Land Brandenburg zu 67 und die Stadt Potsdam zu 33 Prozent beteiligt sind. Nächstes Jahr stehen uns 800000 Euro zur Verfügung. Der Neue Markt ist durch den restaurierten Kutschstall ein Schmuckstück geworden.

Was passiert mit dem hässlichen Plattenbau in der Schloßstraße 1?

Der stört uns sehr. Doch eine Lösung wird wohl erst kommen, wenn die ganze Potsdamer Mitte neu gestaltet und das Stadtschloss wieder aufgebaut wird.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben