Berlin : Kakadu-Vandalen

Das neue Zoo-Vogelhaus muss repariert werden. Papageien haben den Putz abgeknabbert.

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Knabbervergnügen. Dieser Vogel hat was gegen Putz. Foto: Olaf Wagner
Knabbervergnügen. Dieser Vogel hat was gegen Putz. Foto: Olaf WagnerFoto: Olaf Wagner

Berlin - Erst vor zwei Monaten haben die Papageien und Flughunde, Tamburintäubchen und Schönsittiche das millionenteure Vogelhaus des Berliner Zoos bezogen. Und schon fangen die Kakadus an, es auseinanderzunehmen. In einem Käfig knabberten die Vögel in den vergangenen Wochen den Putz von der Wand. Stück für Stück, Körnchen für Körnchen.

„Wie kleine Kinder, die an der Raufasertapete pulen“, sagt der Bauchef des Zoos Heiner Klös. Das Material sei getestet worden, bevor es im neuen Vogelhaus verbaut wurde. Zwei Kakaduarten wurden in der Probephase auf den Putz losgelassen. „Und der hat sie überhaupt nicht interessiert“, sagt Klös. Kein Picken, kein Kratzen, alles blieb heil.

Doch als es ernst wurde, fingen Kakdus in einem Käfig an, den Putz an einer Kante abzupicken, – und machten immer weiter: „Wenn sie etwas entdeckt haben, ist das natürlich interessant“, sagt Klös. Vogelfreunde müssten sich dennoch keine Sorgen um den physischen oder psychischen Zustand der Kakadus machen, stellt Klös klar. Mit Kalkmangel, fehlendem Mineralfutter oder Langeweile habe das nichts zu tun. Eher mit jugendlichem Leichtsinn.

Das modernste Vogelhaus Europas war nach anderthalb Jahren Bauzeit erst Anfang Juni eröffnet worden. Der Bau hatte 12,5 Millionen Euro gekostet. Mit seinen 50 kombinierten Innen- und Außenvolieren sowie drei begehbaren Freiflughallen sollte der spektakuläre Bau eigentlich dabei helfen, dass den mehr als 600 Vögeln aus über 100 Arten nicht langweilig wird. Doch hatten sich die Kakadus aus allen Knabberangeboten ausgerechnet den Putz ausgesucht.

Am Montag haben Bauarbeiter nun begonnen, den alten Putz zu entfernen und härteren aufzutragen. Im Vogelhaus werden vorsorglich gleich vier Käfige mit neuem Putz verkleidet, insgesamt wird das knapp 5000 Euro kosten. Ende der Woche sollen die Reparaturarbeiten abgeschlossen sein. Sara Schurmann

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