Berlin : Kalt erwischt

Nichts für Warmbader: Plantschparty im vier Grad kalten Wasser des Monbijou-Bads

-

Der Erste plantscht schon im Wasser, da hat der Wettbewerb noch gar nicht angefangen. „Ich konnte nicht länger warten“, sagt Michael Marx. Der 33-Jährige ist mit Freunden extra aus dem Saarland angereist, um beim ersten „Wildbadetag“ im Monbijou-Freibad in Mitte dabei zu sein. Etwa vier Grad ist das Wasser im 25-Meter-Becken kalt, eine Bahn müssen die Teilnehmer zurücklegen. Oder im Zickzack durchs Becken stapfen und Eiswürfel einsammeln. Das Ganze sei natürlich schon ein bisschen bekloppt, findet Britta Adam vom Sponsor Jägermeister. „Manche werden es auch krank nennen.“ Aber zumindest setze sich der Kräuterlikörhersteller mit dieser Aktion von vielen anderen PR-Veranstaltungen ab – und gesundheitsgefährdend sei der Wettbewerb auch nicht: „Wir haben das mit mehreren Ärzten abgeklärt. Erst ab vier Minuten im Wasser wird es kritisch.“

So lange brauchen die Teilnehmer nicht, um ihre Aufgaben im Becken zu erfüllen. Obwohl es nicht nur auf Schnelligkeit ankommt: Es zählen auch Technik, Outfit und Spaß. Und der „Rock’n’Roll-Faktor“, sagt der Veranstalter. Soll heißen: „Man darf dem Gegner während des Wettbewerbs auch ruhig einmal ins Gesicht spucken.“ Dagegen ist das Springen vom Beckenrand streng verboten, und Alkohol trinken dürfen nur die 350 Zuschauer. „Don´t drink and swim“, lautet das Motto von Barbara Schöneberger, die den Wildbadetag moderiert. „Wir hätten auch eine Prosecco-Party in einer coolen Location machen können, aber so ist es doch lustiger.“ Schon allein deshalb, weil sich die Wettbewerber recht fantasievolle Verkleidungen überlegt haben: Die einen treten im kompletten Taucher- Outfit an, die anderen im weißen Dandy-Anzug oder mit Plastik-Elchgeweih. Den größten Beifall bekommen vier Bundeswehrsoldaten aus Brandenburg, die sich einen einzigen Schwimmanzug teilen. Nachdem der Erste seine 25 Meter geschwommen ist, zieht er sich aus und reicht den Anzug an den Nächsten weiter. „Das ist jetzt aber mehr, als wir sehen wollen“, ruft Barbara Schöneberger. Und auch Jurymitglied Dennis Poschwatta, sonst Schlagzeuger der Rockband Guano Apes, gibt sich geschockt. „Klar habe ich sowas schon zu Hause im Spiegel gesehen. Aber bestimmt noch nie so klein!“

Auch einige Promis sind bereit, ins Wasser zu steigen. Zum Beispiel Spaß-Musiker Joachim Deutschland, der nach eigenen Angaben „aus einer dummen Laune heraus“ zugesagt hat. Aber egal: „Ich habe alle meine Weihnachtsgeschenke gekauft und keinen Stress mehr. Ich kann es mir leisten, morgen krank zu werden.“ sle

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben