Berlin : Kalter Krieg museal Garagenbär Alex turnt durchs Revier

Politiker werben für Projekt am Checkpoint Charlie Doch die Grundstücksfragen sind offen

Werner van Bebber

Die Pläne für ein Museum des Kalten Krieges in Berlin werde konkreter. Eine Gruppe von Politikern um den SPD-Bundestagsabgeordneten Markus Meckel hat jetzt zur Gründung eines solchen Museums am Checkpoint Charlie aufgerufen. Der Ort ist dafür auch im Gedenkkonzept des Senats vorgesehen. Nun müssen offene Grundstücksfragen geklärt werden.

Was gezeigt werden soll, ist nur in Umrissen bekannt. In dem Aufruf heißt es, das Museum sollte „über die deutsche Teilung hinausgehend die europäische und internationale Dimension des Systemkonfliktes darstellen: die Teilung Europas und der Welt, die Stellvertreterkriege, das atomare Wettrüsten und die Atmosphäre der Angst – und schließlich die Überwindung des Konfliktes“.

Für die Idee werben außer Meckel,der Außenminister der frei gewählten DDR- Regierung zur Wendezeit war, der ehemalige Präsident der Tschechischen Republik, Vaclav Havel, der frühere US-Botschafter John Kornblum und der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel. Ein Konzept für das Museum ist in Auftrag gegeben – Fachleute verschiedener Berliner und Potsdamer Häuser arbeiten daran. Ungeklärt ist aber die Frage, ob dieses Museum dort entstehen könnte, wo es einmal geplant war – direkt an der Kreuzung Friedrich-/Zimmerstraße, besser bekannt als Checkpoint Charlie.

Die Fläche, auf der das Museum errichtet werden könnte, hatte der Senat an einen US-Investor verkauft. Der wollte dort ein Geschäftshaus bauen, in dem einem Museum des Kalten Krieges Flächen vorbehalten sein sollten. Das Projekt scheiterte. Die beiden Grundstücke am Checkpoint wurden zu Brachen. Auf diesen ließ Alexandra Hildebrandt vom Museum am Checkpoint Charlie 2004 fast 1000 Holzkreuze aufstellen. Sie wollte damit angeblich an die Opfer des DDR- Grenzregimes erinnern.

Die Kreuze wurden im Jahr 2005 auf Antrag der Bankaktiengesellschaft Hamm (BAG) wieder abgerissen. Die BAG hielt aus dem Insolvenzverfahren die Rechte an dem Grundstück. Die Kulturverwaltung ließ die beiden Brachen einzäunen und eine Fotoausstellung konzipieren. Die erläutert nun die Geschichte des Checkpoints und findet viel Beachtung unter Touristen und Besuchern des Checkpoints.

Nun ist offenbar ein Investor für die Immobilie gefunden: Die verschwiegene BAG bestätigt nur, dass sie „seit Sommer 2007“ keine Rechte mehr an den beiden Flächen hält. Völlig offen ist aber eine für das Projekt entscheidende Frage: Gilt auch für einen neuen Investor die Verabredung des Senats mit dem ersten Käufer der beiden Flächen, dass im Gebäude ein paar hundert Quadratmeter für das Museum des Kalten Krieges bereitgestellt werden müssen?

Die Fotoausstellung auf dem Bauzaun zeige, wie groß das Interesse an der Geschichte des Ortes sei, heißt es in der Kulturverwaltung. Das spräche dafür, dass der neue Investor die Museumsfläche bereitstellt. Derweil protestiert die Chefin des Mauermuseums, Hildebrandt, schon scharf gegen das Vorhaben: Es habe seinen Ursprung „in einer politischen Forderung der Nachfolgepartei der SED“. Sie erwartet, die „Leistungen der freien Welt“ sollten in solche einem Museum „egalisiert werden“.Werner van Bebber

Jetzt gibt es endlich Fotos von Waschbär Alex. Derk Ehlert, der Wildtierbeauftragte der Stadtentwicklungsverwaltung, hat sie geschossen. Und dass der Bär nun offiziell in der Tiefgarage des Hotels „Park Inn“ bleiben darf, nennt Ehlert einen „Sechser im Lotto“. Schließlich biete Alex’ Revier rund um den Alexanderplatz jede Menge Nahrung: Neben Vögeln und Insekten stehen vor allem Essensreste aus Mülltonnen und Papierkörben auf dem Speiseplan des Waschbären. Der Wildtierbeauftragte glaubt, dass Alex im vergangenen Jahr geboren wurde. Dementsprechend wird der Jungbär im Winter geschlechtsreif. Dann schnuppert er paarungswilligen Waschbärinnen hinterher, wenn er auf seinen Streifzügen ihre Reviere durchkreuzt. Am östlichen Rand des Tiergartens etwa lebt eine große Waschbärenfamilie. Möglicherweise lässt Alex sich dorthin locken. Oder eine Bärin quartiert sich im Parkhaus ein. Schließlich ist Alex, der Junggeselle mit der tollen Wohnung in Spitzenlage, eine gute Partie. Vor allem deshalb, weil Waschbären matriarchalisch organisiert sind. Die Männchen suchen sich ein neues Revier, sobald Nachwuchs da ist, bestenfalls werden sie toleriert. Die Weibchen ziehen die Jungen groß. So könnte Alex im Frühling im Tiergarten leben. Und die neue Herrscherin der Hotelgarage hieße: Alexa. J.O.

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