Berlin : Kammern erkennen Verträge mit zu geringen Löhnen nicht an

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ist angesichts der Konjunkturflaute für etliche Unternehmen ein Problem. Nicht wenige Betriebe wie der Mittelständler Borchert BaustoffFachhandel vereinbaren deshalb einen niedrigeren Lohn. Im ersten Lehrjahr sollte der Auszubildende 450 statt der tarifvertraglich festgeschriebenen 599 Euro erhalten. Die Industrie- und Handelskammer (IHK), die die Verträge bestätigen muss, lehnte wie in anderen Fällen ab, da die Vergütung zu niedrig sei.

IHK und Handwerkskammer erklären, dass Ausbildungsvergütungen nicht um mehr als 20 Prozent von den Tarifentgelten abweichen dürfen. Sonst gelten die Verträge der Rechtssprechung nach als sittenwidrig. Beide Kammern hoffen darauf, dass es auch bei Lehrlingsentgelten zu mehr Flexibilität kommt. Eine Senkung bis um die 30 Prozent hält etwa die IHK für möglich. Darunter will sie aber nicht gehen. Denn die Lehrlinge sollen noch angemessen bezahlt werden.

Auch der DGB weiß, dass die Vergütung für manche Betriebe ein Ausbildungshemmnis ist. Diesen Unternehmen rät der DGB-Vize Bernd Rissmann, sich wenigstens an der öffentlich geförderten Verbundausbildung zu beteiligen. Dann bräuchten die Betriebe nur die praktische 18-monatige Ausbildung zu organisieren. Die restliche Zeit seien die Jugendlichen bei dem Bildungsträger untergebracht. Der Auszubildende erhält eine Vergütung um die 250 Euro. sik

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