Berlin : Kampf gegen Anglizismen: Brigitte Grothum: Ja

Sprache muss leben und sich fortentwickeln durch Übernahme und Assimilation von Wörtern und Begriffen aus anderen Kulturen. Dies hat unsere deutsche Sprache ständig vollbracht, indem sie aus Sprachkreisen höherer Kulturen Begriffe und Wörter übernommen hat (die antike Welt mit Latein und Griechisch, die Christlich-Jüdisch-Abendländische Religion aus dem Vorderen Orient.)

Was mir jetzt Sorgen macht, ist, dass unsere herrliche, tiefgründige, seelenvolle deutsche Sprache durch die oberflächlichen Anglizismen aus Amerika - bedingt durch den Triumphzug der Technologie und des Ellenbogenkapitalismus mit dem unerträglichen und den meisten Menschen unverständlichen Börsenkauderwelsch - in ihrer Substanz beschädigt wird. Dies geht sogar so weit, dass wir, um unsere Überraschung auszudrücken, das amerikanische "wow" statt eines deutschen Wortes gebrauchen.

Ich frage mich, wie aus einem Land, das nicht einmal in der Lage ist, die Minimalstandards zum Klimaschutz einzuhalten, kulturell verwertbare Ideen zur Bereicherung unserer Sprache kommen könnten. Jedenfalls ist von dieser eingebundenen globalisierten Internetgeneration eine Abkehr von dieser katastrophalen Entwicklung nicht zu erwarten.

Der DJ wird zum Musiker hochstilisiert, die Musik wird nicht mehr von der Seele komponiert, sondern von der Musikindustrie produziert. Texte unserer größten Dichter wie Hölderlin und Kleist können den Schülern nicht durch das Internet nahe gebracht werden, sondern nur durch Lesen ihrer Werke und Kennenlernen durch kompetente Interpreten.

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