Berlin : Kampf um die begehrten Rechner bei Lidl und Tchibo

Michael Bayer

Tumultartige Szenen spielten sich gestern morgen in vielen Geschäften von Lidl und Tchibo ab. Beide Warenketten hatten die Kunden mit einem günstigen Computer-Angebot angelockt. Ein Augenzeuge berichtete, dass sich die Käufer bei Lidl die rund 2000 Mark teuren Geräte aus den Händen gerissen hätten. Einzelne Kunden schreckten sogar davor nicht zurück, in fremde Einkaufswagen zu greifen und die Kartons umzupacken. Dabei bedrohten sich die Kontrahenten gegenseitig, weil sie "ihren" Rechner nicht mehr abgeben wollten.

Schon Stunden vor Verkaufsbeginn hatten sich lange Menschenschlangen vor den Läden gebildet. Manche Interessenten warteten bereits seit drei Stunden. Als die Filialen dann öffneten, wurden sie von den vielen Kunden förmlich überrannt. Nach Angaben der Polizei wurden jedoch keine Handgreiflichkeiten von den Geschäften gemeldet. Allerdings wachten in einigen Lidl-Filialen Mitarbeiter privater Sicherheitsunternehmen darüber, dass die Lage nicht eskalierte.

Ein Mitarbeiter der Computer-Fachzeitschrift PC-Professional sagte, die Rechner hätten eine gehobene Ausstattung. Lidl und Tchibo boten die Computer im gesamten Bundesgebiet an, wollten auf Nachfrage aber zu genauen Verkaufszahlen keine Angaben machen. Die Handelsketten hatten schon vor zwei Wochen damit begonnen, für die Geräte zu werben. Aufregung um billige Computer gab es nicht zum ersten Mal: Im Frühjahr diesen Jahres hatte bereits Aldi einen 2000-Mark-PC verkauft, für den so mancher Langschläfer zum Frühaufsteher wurde.

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