• Kampfhunde: Grüne gegen Verbot einzelner Rassen - Als Alternative wird erneut ein "Hunde-Tüv" vorgeschlagen

Berlin : Kampfhunde: Grüne gegen Verbot einzelner Rassen - Als Alternative wird erneut ein "Hunde-Tüv" vorgeschlagen

Auch angesichts jüngster Kampfhunde-Attacken auf Menschen sind die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus gegen ein Verbot einzelner Hunderassen. Eine solche Rasseliste sei ungeeignet, die Probleme mit gefährlichen Hunden wirksam zu lösen, sagte die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling am Mittwoch. Sie schlug statt dessen "vollziehbare" Regelungen vor, die Menschen daran hindern, Hunde zu verhaltensgestörten und gefährlichen Tieren abzurichten und zu züchten. Der Inkompetenz von Hundehaltern müsse begegnet werden.

Für Tiere ab 40 Zentimeter Schulterhöhe und 17 Kilogramm Körpergewicht forderte die Grünen-Politikerin erneut einen obligatorischen "Hunde-TÜV". Dabei werde die Sachkunde des Halters und die Unterordnungsbereitschaft des Hundes durch eine außerbehördliche, unter anderen mit Tierärzten, Hundetrainern und Tierschützern besetzte Stelle geprüft. Darüber hinaus müsse der Halter ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Hundehalterversicherung nachweisen. Sollte der Prüfung nicht bestanden werden und sich der Halter als inkompetent erweisen, werde der Hund eingezogen und in ein Tierheim vermittelt.

Darüber hinaus wollen die Grünen, dass alle Hunde durch einen implantieren Chip eindeutig identifizierbar sind. Nach dem "Hunde-TÜV" sollen die Tiere zudem eine Plakette in einer gut lesbaren, auffälligen Neonfarbe mit einer Kennziffer erhalten. Dies sei erforderlich, um auch Anzeigen nachgehen zu können. Nach Darstellung von Hämmerling ist die Gefährlichkeit aber nicht an der Rasse festzumachen. So seien nur in 14 Prozent der Beiß-Fälle 1998 in Berlin Kampfhunde beteiligt gewesen.

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