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Kandidaten für Bundestagswahl 2013 : Berliner Urgesteine müssen sich entscheiden

17.07.2012 00:00 Uhrvon

In gut einem Jahr wird der nächste Bundestag gewählt – und fünf Polit-Oldies stehen vor der Entscheidung, ob sie noch einmal antreten. Der Nachwuchs will den Generationswechsel. Aber nicht jede Hoffnung auf einen Listenplatz ist berechtigt.

Auf der folgenden Seite: Chancenverteilung der Kandidaturen

Fest im Sattel. Christian Ströbele ist 73 Jahre alt. Der Kreuzberger Grünen-Politiker sitzt seit 1998 im Bundestag, wo er bereits von 1985 bis 1987 ein Mandat hatte.Bilder
Fest im Sattel. Christian Ströbele ist 73 Jahre alt. Der Kreuzberger Grünen-Politiker sitzt seit 1998 im Bundestag, wo er bereits von 1985 bis 1987 ein Mandat hatte. - Foto: dapd

Noch ist nicht aller Tage Abend, aber eine solche Konstellation bringt vor allem die SPD in Verdrückung. Sollten die Sozialdemokraten fünf Wahlkreise erobern, kämen nur noch ein oder zwei Listenmandate hinzu. Deshalb wird es auf der Landesvertreterversammlung im Frühjahr 2013, die die SPD-Wahlliste beschließt, ein schönes Gedränge geben. Einige Genossen werden wohl vergeblich auf interne Zusagen für ein Bundestagsmandat pochen, die die Parteiführung um Jan Stöß im Vorfeld seiner Wahl zum SPD-Landeschef gab, um die neuen Mehrheiten im Landesverband abzusichern.

Aber der Reihe nach. Die SPD-Bundestagsabgeordneten Eva Högl (Mitte), Petra Merkel (Charlottenburg-Wilmersdorf) und Wolfgang Thierse (Pankow) haben gute Chancen auf ein Direktmandat. Das gilt auch für den Vize-Landeschef der SPD, Fritz Felgentreu in Neukölln. Dagegen kündigt sich in Spandau ein Zweikampf zwischen dem SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz und dem Parteilinken und Umwelt- und Verkehrsfachmann Daniel Buchholz an. Möglicherweise mischt dort auch die neue SPD-Landeskassiererin Ulrike Sommer mit.

In Friedrichshain-Kreuzberg hat Ströbele seit 2002 ein Direktmandat. Verzichtet er jetzt auf eine neue Kandidatur, gilt der Parteilinke Dirk Behrendt als heißer Favorit der Grünen. Sollte der SPD-Parteichef Stöß in den Bundestag streben, was ihm nachgesagt wird, hätte er in Friedrichshain-Kreuzberg keine guten Karten und müsste sich über die Landesliste absichern lassen. Über einen Listenplatz könnten auch die Grünen Renate Künast, Wolfgang Wieland und Lisa Paus wieder in das Bundesparlament einziehen.

Bei der CDU, die nach derzeitigem Stand sechs Mandate erhalten dürfte, sind der Unternehmer Frank Steffel (Reinickendorf), die Wissenschafts- und Kulturpolitikerin Monika Grütters (2013 vielleicht in Charlottenburg-Wilmersdorf?) und der CDU-Generalsekretär Kai Wegner (Spandau) gesetzt. Steffel hat den Wahlkreis Reinickendorf so gut wie in der Tasche und die beiden anderen werden ganz sicher über die Liste abgesichert. In Tempelhof-Schöneberg kann sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak Hoffnung auf eine zweite Runde machen. Für die Neuköllner Parteifreundin Stefanie Vogelsang gilt das wegen interner Querelen nicht.

Die Linken-Promis Petra Pau (Marzahn-Hellersdorf), Gesine Lötzsch (Lichtenberg) und Gregor Gysi (Treptow-Köpenick) können wieder mit Direktmandaten rechnen. Schwierig dürfte es für Stefan Liebich werden, der 2009 in Pankow antrat. Denn die Linke in Berlin wird 2013 wohl nur noch drei Sitze im Bundestag haben. Die FDP, seit 2009 mit drei Abgeordneten vertreten, könnte sogar leer ausgehen. Dagegen dürfen die Piraten auf drei Mandate hoffen. Viele, viele Mitglieder wollen sich bewerben.

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