• Kandidatensuche: CDU-Spitzen treffen FU-Präsidenten Gespräch mit Dieter Lenzen am Sonnabend geplant

Berlin : Kandidatensuche: CDU-Spitzen treffen FU-Präsidenten Gespräch mit Dieter Lenzen am Sonnabend geplant

Angeblich soll es nicht um die Wahl 2006 gehen

Ulrich Zawatka-Gerlach

Einige Kreisvorsitzende der Berliner CDU wollen sich am Sonnabend mit dem Präsidenten der Freien Universität, Dieter Lenzen, treffen, um eine mögliche Spitzenkandidatur des Wissenschaftlers für die Abgeordnetenhauswahl 2006 auszuloten. An dem Gespräch soll dem Vernehmen nach auch Klaus Krone, Geschäftsführer der Management und Technologie GmbH und Aufsichtsrat der Axel Springer AG, teilnehmen. Krone unterstützt die CDU seit Jahren mit großzügigen Spenden.

Initiator des Treffens ist Michael Braun, CDU-Kreisvorsitzender in Steglitz-Zehlendorf. Er dementiert nicht, dass eine solche Gesprächsrunde stattfindet. „Alle drei, vier Monate sprechen wir miteinander über hochschulpolitische Themen“, sagte Braun gestern dem Tagesspiegel. Es gehe aber keineswegs darum, Lenzen zum CDU-Spitzenkandidaten zu küren. Dieses Thema werde die Partei nach der Bundestagswahl diskutieren. „Alles andere ist reine Spekulation.“ Zurzeit sei die Union rund um die Uhr mit dem Wahlkampf beschäftigt.

Manche CDU-Kreischefs wissen von dem geplanten Treffen nichts. Andere bestätigen es, wenn auch ungern. „Lenzen? Ach wissen Sie, es gibt noch jede Menge Klärungsbedarf“, sagt Kurt Wansner, der den Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg führt. Wansner ist am Sonnabend wohl auch dabei. Außerdem der CDU-Landesvorsitzende Ingo Schmitt, Fraktionschef Nicolas Zimmer, der Reinickendorfer CDU-Kreischef Frank Steffel und natürlich Braun. Ob auch der Landesvorstand der Union, der am Freitag zur ersten Sitzung nach den Sommerferien zusammentritt, die Frage der Spitzenkandidatur anschneidet, blieb gestern offen.

Klar ist nur, dass vorerst keine Personalentscheidungen fallen. Schließlich gibt es mit dem Leiter des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, einen weiteren möglichen Kandidaten. Er steht in Kontakt mit der CDU-Parteivorsitzenden Angela Merkel, die sich offenbar darum sorgt, dass die Berliner CDU mal wieder ihr eigenes Süppchen kocht und vollendete Tatsachen schafft, während die Bundesspitze der Union alle Hände voll mit dem Wahlkampf zu tun hat. Ähnlich war es 2001, als die Mehrheit der CDU-Bezirksfunktionäre Wolfgang Schäuble als CDU-Spitzenkandidaten in letzter Minute verhinderte. So könnte sich auch 2006 die Union in Berlin um einen starken Kandidaten bringen.

Manche Parteileute weisen entschuldigend auf die schlechten Siegchancen der CDU im nächsten Jahr hin. Und sie bezweifeln, dass Töpfer überhaupt antreten will. Dagegen sagt zum Beispiel der CDU-Kreischef in Mitte, Stephan Tromp: „Er wäre eine Identifikationsfigur mit einem hohen Maß an Glaubwürdigkeit.“ Der Spandauer Kreischef Kai Wegner behauptet sogar: „Töpfer ist unser klarer Favorit, der zusätzliche Optionen für ein Bündnis mit den Grünen eröffnet.“ Aber vielleicht, so verlautet aus CDU-Kreisen, werden nach der Wahl am 18. September auch Bundespolitiker wie Volker Kauder oder Wolfgang Bosbach für eine Spitzenkandidatur gewonnen.

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