Berlin : Kandidiert als Wirtschaftssenator: Wolfgang Branoner

AXEL BAHR

Die Ambitionen Wolfgang Branoners (Foto: Senat) auf ein Senatorenamt sind seit Jahren kein Geheimnis.Der 42jährige gehört zu den wenigen Jungen in der CDU, dem von vielen die Ressortverantwortung zugetraut wird.Doch für den gebürtigen Schöneberger, Motorradfan und zweifachen Familienvater war es ein langer Weg bis zum Senatorenstuhl.

In seinem politischen Heimatbezirk Neukölln wirkte der Diplomverwaltungswirt von 1985 bis 1991 als Bezirksstadtrat für Bau- und Wohnungswesen, bis ihn Senator Volker Hassemer (CDU) 1991 als Staatssekretär ins Stadtentwicklungsressort holte.In dieser Zeit machte sich Branoner dank seines unkonventionellen Auftretens und einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit einen Namen.Zu den politischen Vorbildern Branoners gehört Helmut Kohl, dessen "hemdsärmlige Offenheit" ihn beeindruckte.Mit der Ressortneuverteilung nach den Wahlen 1995 mußte er die Hoffnung begraben, den scheidenden Hassemer im Amt zu beerben.

Statt den Gang in die freie Wirtschaft anzutreten, wechselte er in die Wirtschaftsverwaltung zu Elmar Pieroth (CDU).Dieser hatte schon zu Beginn der Legislatur angekündigt, nach zwei Jahren Platz für einen Jüngeren zu machen.Auch wenn es keine definitiven Absprachen gab, sollte dieser Jüngere Branoner heißen.Diese Idee stieß jedoch auf wenig Gegenliebe bei Senatschef Diepgen, der bis zuletzt einen klingenden Namen aus der Wirtschaft in den Senat holen wollte.

In der Debatte um die Pieroth-Nachfolge wurde Branoner von CDU-Spitze attestiert, noch nicht zu einer ministrablen Persönlichkeit herangereift zu sein und in den Vorstandsetagen der Konzerne nicht über über das notwendige Standing zu verfügen.In Berliner Wirtschaftskreisen wird Branoner als kompetenter und hochmotivierter Gesprächspartner geschätzt, der nun all die Lügen strafen kann, die ihm die Fähigkeit zum Senator abgesprochen haben.

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