Berlin : "Kanzlerlinie": Bis spätestens 2010 soll die U 5 in ganzer Länge rollen

C. v. L.

Für die U 5 sind die Weichen gestellt: Der Senat hat am Dienstag den Bau der so genannten "Kanzler-U-Bahn" durch das Regierungsviertel bis spätestens zum Jahr 2010 offiziell beschlossen. Die ersten vorbereitenden Arbeiten für die Bahnstrecke durch das Regierungsviertel sollten schon im Frühjahr beginnen, hieß es. Der erste Streckenabschnitt zwischen Alexanderplatz und Rotem Rathaus soll bereits 2007 in Betrieb gehen. Die Planung zur Verlängerung der U 5, die bislang zwischen Hönow und Alexanderplatz verkehrt, geht auf die frühen Jahre der Nachwendezeit zurück. Einerseits sollte für die Bewohner der Großsiedlungen im Ossteil die Innenstadt besser erreichbar sein, zum anderen ist die U 5 Bestandteil des Erschließungskonzeptes für den Lehrter Bahnhof und den Parlamentsbereich. Die Strecke kam aber zum Spitznamen "Kanzlerlinie".

Mit dem Beschluss wurde nun auch formal der jahrelange Streit in der Koalition beigelegt. Die insgesamt etwa 1,3 Milliarden Mark teure Linie soll vom Alexanderplatz entlang des Boulevards Unter den Linden an Reichstag und Kanzleramt vorbei zum zentralen Lehrter Bahnhof führen. Ein Rohbauteil zwischen Döberitzer Straße in Moabit und Pariser Platz ist bis auf den Bereich Lehrter Bahnhof bereits abgeschlossen.

Zu den vorbereitenden Arbeiten, die demnächst beginnen, gehören auch archäologische Grabungen am Marx-Engels-Forum, der "Keimstätte Berlins", wie Strieder sagte. Nach dem Beschluss soll bis zum Jahr 2005 der Rohbau des Bahnhofs am Berliner Rathaus fertig sein. Der Bau der U 5 entlang der Straße Unter den Linden soll erst starten, wenn die Französische Straße als Ost-West-Verbindung für Autos durchgehend verlängert wurde - voraussichtlich von 2004 an.

Auch während der Bauzeit sollen Unter den Linden zwei Fahrspuren freigehalten werden. Der Rohbau im stark frequentierten Bereich Unter den Linden/Friedrichstraße soll bis Herbst 2009 abgeschlossen sein. Mit Rücksicht auf die positive Entwicklung der Einkausmeile Friedrichstraße sei es geboten, so stadtverträglich wie möglich zu bauen, sagte Strieder. Gebaut wird die U-Bahn, nicht wie ursprünglich einmal vorgesehen, teilweise in offener Bauweise, sondern unterirdisch mit Tunnelbohrmaschinen.

Ab Herbst 2005 können die Gleise der Straßenbahnstrecke Alexanderplatz - Kulturforum in der wieder hergestellten Rathausstraße verlegt werden, der Betrieb der Strecke wird im Sommer 2006 beginnen. Dann kann auch die Leipziger Staße wieder voll zur Verfügung stehen.

Grafik:
Bauabschnitte der U-Bahn-Linie 5

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar