Berlin : Kaputt

Werner van Bebber

denkt an die Anschaffung eines Wohnmobils Vielleicht ist es Zufall. Vielleicht aber hatte der Schöneberger Baustadtrat Gerhard Lawrentz Recht, der vor einem Jahr den Senat davor gewarnt hat, durch strangulierendes Sparen die städtische Infrastruktur zu ruinieren. Jetzt haben wir Löcher auf der Stadtautobahn durch berstende Wasserrohre – Löcher so groß, dass man hineinfallen kann. Gestern hatten wir eine brennende S-Bahn, Baujahr ’84. Wahrscheinlich lässt sich die Kilometerleistung des Wagens nur noch in Lichtjahren messen. Straßen wie die des 17. Juni sollte der Senat als Teststrecken für Sportwagenfahrwerke vermieten. Berlin wirkt bei allem Charme immer verbrauchter.

Wir stehen vermutlich vor einem Herbst der offenen Straßenwunden. Im Winter werden Dampffontänen aus Fernwärmeleitungen aus dem Boden schießen und Stränge von Telefonkabeln mitreißen. Wer kann da noch mit Berlin konkurrieren? Bukarest? Ulan Bator? Brandenburg an der Havel? Die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz wird zur unkalkulierbaren Angelegenheit. Die Italiener wissen schon, warum sie nach Berlin nur im Wohnmobil reisen: Wenn sich Löcher auftun, kann man dort wenigstens campen.

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