Berlin : Karin Wolff: Hessischer "Import" soll Institut für Lehrerbildung leiten

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Ein "Import" aus Hessen soll künftig das Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) leiten. Schulsenator Klaus Böger (SPD) entschied sich jetzt nach langem Hin und Her für eine leitende Mitarbeiterin der Wiesbadener Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Er sei sicher, dass die 47-jährige Alexandra Dinges-Dierig dem Institut "die neuen notwendigen Impulse" geben könne, sagte Böger gestern. Sie bringe "umfassende Kenntnisse in der Bildungspolitik und im Schulwesen" mit.

Gegen die CDU-nahe Dinges-Dierig waren mehrere leitende Mitarbeiter des Landesinstituts ins Rennen gegangen, die das Berliner Schulwesen bestens kennen. Offenbar wollte Böger aber eine Außenlösung, um Aufbruchstimmung in einem Haus zu erzeugen, das sich durch drastischen Stellenabbau und Umstrukturierungen in der Defensive befindet und nicht gut auf die Senatsverwaltung zu sprechen ist. Zudem saß dem Senator ständig die CDU im Nacken, auf deren Zustimmung er in der Personalkommission des Senats angewiesen ist: Sie hatte still gehalten, als SPD-Mann Ludger Pieper Landesschulamtsleiter wurde, der nicht die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen für das Amt erfüllte.

Bevor Dinges-Dierig nach Hessen ging, war sie im Stuttgarter Kultusministerium unter anderem für Berufsbildende Schulen und Hochbegabtenförderung zuständig. In Wiesbaden entwickelte sie Rahmenpläne und war in der Kultusministerkonferenz tätig. In Berlin kommen harte Zeiten auf die Volkswirtin und ehemalige Berufsschullehrerin zu, denn die SPD-Fraktion will bis Mai eine Kosten-Leistungsrechnung sehen, und auch die Bündnisgrünen stellen unangenehme Fragen zur Resonanz der Veranstaltungen des Instituts bei der Lehrerschaft.

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