Berlin : Karlheinz Böhm: Ein Mensch für Menschen

Bernd Matthies

Die Sache hat, trotz des absurden Anfangs, eine Menge geholfen. Am 16. Mai 1981 trat der Schauspieler Karlheinz Böhm in der Show "Wetten dass . .?" auf, gewann seine Wette - und versprach trotzdem, den Menschen in der Sahelzone zu helfen. Was auf den ersten Blick wie eine Werbeaktion in eigener Sache aussah, dürfte inzwischen zu einer der erfolgreichsten privaten Initiativen in Sachen Entwicklungshilfe geworden sein: "Menschen für Menschen", Böhms Gründung, hat 336 Millionen Mark nach Äthiopien gebracht und damit Projekte realisiert, von denen über 1,7 Millionen Menschen profitieren. Diese 20 Jahre waren der Anlass einer Pressekonferenz in Berlin, an der neben Böhm und seiner Frau und Stellvertreterin Almaz auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul teilnahm.

Böhm sagte, er sei mehr und mehr zu der Überzeugung gekommen, dass es in Afrika nicht darauf ankomme, fremdbestimmte Konzepte zu verwirklichen, sondern den Menschen bei dem zu helfen, was sie selbst wollten: "Es muss sich alles aus den Äthiopiern selbst heraus entwickeln". Er halte es deshalb für "mehr als fragwürdig", die Hilfe an politische Vorleistungen, etwa die Übernahme westlicher Demokratiekonzepte zu koppeln. Die Einhaltung der Menschenrechte sei dagegen unerlässliche Voraussetzung, ergänzte Almaz Böhm, die sich vor allem im Kampf gegen Kinderehe und Genitalverstümmelung von Mädchen engagiert.

Die Ministerin, die als Hüterin staatlicher Mittel strenger gebunden ist, kündigte die baldige Wiederaufnahme der kriegsbedingt unterbrochenen Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien an. Dies sei nach dem Friedensabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien im Dezember möglich geworden, sagte sie. Demokratie und Menschenrechte würden im Mittelpunkt der Konsultationen stehen, die Ende Mai beginnen. Ihr Lob an die Adresse des 73-jährigen Karlheinz Böhm: "Wir haben auch in den nächsten 20 Jahren ein großes Interesse an einer guten Zusammenarbeit."

Neu bei "Menschen für Menschen" ist jetzt die Möglichkeit, unkompliziert per Internet zu spenden. Jeder Klick auf den Button "20 Jahre für Menschen" bringt der Stiftung zehn Mark, die die Post per Telefonrechnung einzieht.

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