• Karneval der Kulturen: Die "Shademakers" sind seit dem ersten Mal dabei - ihre fantasievollen Skulpturen bleiben diesmal zu Hause

Berlin : Karneval der Kulturen: Die "Shademakers" sind seit dem ersten Mal dabei - ihre fantasievollen Skulpturen bleiben diesmal zu Hause

Matthias Oloew

Sie kamen in Rot und Gelb, in Grün und Blau. Sie kamen Flügel schlagend, Arme ruderend, langsam schreitend. Und sie kamen mit fantasievollen Kostümen, mit großen Masken, übersät von kleinen Spiegeln. Die Shademakers aus Bielefeld zählten zu den wichtigten Blickfängen des großen Straßenumzugs zum Karneval der Kulturen. Sie waren seit dem ersten Mal dabei und sie werden auch diesmal wieder mitmachen. Nur ihre großen Figuren, die bleiben diesem Jahr in Bielefeld.

"Schade ist das, weil uns der Karneval in Berlin sehr wichtig ist", sagt Uschi Dresing, Vorsitzende des Vereins, "aber der Transport der Skulpturen ist einfach zu teuer." 15.000 Mark würde es kosten, die fragilen Figuren in Laster zu laden und nach Berlin zu bringen. Geld, das die Shademakers nicht haben. Bis zu fünfzig Skulpturen aus Stoff und Pappe fertigt die 30-köpfige Gruppe um den Künstler und Designer Paul Mc Laren jedes Jahr an, rund 90.000 Mark geben sie dafür aus. Zeigen werden sie die stolzen Produkte ihrer Arbeit in London, zum großen Notting-Hill-Carnival und selbstredend in Bielefeld. Für Berlin reicht es nicht mehr. "Notting Hill ist der wichtigste Karneval dieser Art, und auf Bielefeld können wir nicht verzichten, weil wir hier Co-Veranstalter sind." Seit vier Jahren gibt es in der ostwestfälischen Stadt einen "Carnival der Kulturen".

Entstanden sind die Shademakers nördlich von Manchester. Dort hat Paul Mc Laren angefangen, seine ersten Karneval-Skulpturen zu entwerfen und zu bauen. Inspiriert dazu hat ihn wiederum der Notting-Hill-Karneval. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Schon oft ist er mit den Shademakers, die seine Entwürfe bauen und schließlich vorführen, in Notting Hill ausgezeichnet worden. Zuletzt im vergangenen Jahr, als sie einen zweiten Platz belegten. Jetzt wohnt Mc Laren in Bielefeld und versucht, der Kunstform Karnevalskultpur Anerkennung zu verschaffen.

Doch das ist teuer und Sponsoren sind rar. Damit geht es den Shademakers nicht anders als den anderen Gruppen und Formationen, die am Karneval der Kulturen teilnehmen. Ihre Kostüme müssen genäht, die Wagen geschmückt und die Anlage für die Musik gemietet werden. Ein Aufwand, den sich nicht jede Gruppe leisten kann. "Sponsoren reagieren sehr langsam und gucken erstmal, ob sie sich bei einem Engagement verbrennen", erklärt Uschi Dresing. Deshalb rechnet sie nicht damit, auf diese Weise in nächster Zeit Geld zusammenzubringen. Sie wünscht sich eine Unterstützung aus öffentlichen Kassen: "Ein kleiner Etat für die Gruppen sollte drin sein."

Am Sonntag werden sich die Shademakers mit Berliner Gruppen zusammentun und als "Red-Nose-Pirats" über die Straßen Kreuzbergs ziehen. Nicht weniger fantasievoll, aber mit viel weniger Aufwand.

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