Karneval der Kulturen : Wieder gibt's Querelen beim großen Straßenumzug

In diesem Jahr fiel der Karneval der Kulturen beinahe aus, wurde aber gerettet. Jetzt gibt es erneut Streit.

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Mitgieder der Gruppe Maracat tanzen beim diesjährigen Karneval der Kulturen in Berlin.
Mitgieder der Gruppe Maracat tanzen beim diesjährigen Karneval der Kulturen in Berlin.Foto: dpa

Nachdem in diesem Jahr der Karneval der Kulturen wegen verschiedener Unstimmigkeiten beinahe ausgefallen wäre, haben sich die beteiligten Gruppen jetzt darauf verständigt, wie das Großereignis künftig auf solide Füße gestellt werden kann. Aber auch jetzt wird dieses nicht konfliktfrei ablaufen. Knackpunkt ist vor allem, wer der Träger des Karnevals sein soll. Wie es aus dem Kreis der Organisatoren heißt, möchten die Karnevalsgruppen auf keinen Fall weiter mit dem jetzigen Träger Kulturprojekte Berlin zusammenarbeiten, denen eine zu große Nähe zu politischen Akteuren und Senat attestiert wird. Man suche eine Gesellschaft, die „inhaltlich und politisch unabhängig“ ist, und habe bereits einen sehr erfahrenen Träger gefunden, der den Karneval zumindest vorübergehend übernehmen könne. Ein Name wurde nicht genannt.

Die Kulturprojekte hatten den diesjährigen Karneval übernommen, als dieser wegen finanzieller Probleme und eines fehlenden Sicherheitskonzeptes vor dem Aus stand. In einer Vorlage des Integrationsstaatssekretärs Boris Velter (SPD) für den Hauptausschuss wird die Arbeit der Kulturprojekte ausdrücklich gelobt und von einem „profilierten Träger“ gesprochen.

Der Entwurf für den Doppelhaushalt enthält für 2016 einen Zuschuss in Höhe von 830 000 Euro; Für 2017 sind lediglich 270 000 Euro vorgesehen. Nach Angaben des Integrationsbeauftragten Andreas Germershausen soll die Veranstaltung dann in der Lage sein, sich auch andere Finanzierungsmöglichkeiten wie Sponsoring zu erschließen. Trotz der erneuten Querelen sieht Germershausen den Karneval für das kommende Jahr auf gutem Wege.

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