Berlin : Karpfen unterm "getatzten Hochkreuz"

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Friedrichshain-Kreuzberg. Die Oberbaumbrücke mit einem Karpfen und einem - Achtung! - "getatzten Hochkreuz" zu einem ansehnlichen Bild zu vereinigen, ist eine echte Herausforderung. 175 Berliner Schüler haben sich daran versucht, ein Wappenkundler hat den besten Entwürfen den letzten Schliff verpasst, nun ist das Werk vollbracht: Der Senat hat dem Fusionsbezirk gestern sein neues Wappen verliehen.

"Ein ziemlich buntes Ding ist das geworden", findet Senatssprecher Michael Donnermeyer. Das Schild ist silberfarben, die Brücke rot mit schwarzen Schießscharten und der Untergrund für den silbernen Karpfen blau. Aber alles sei historisch korrekt und damit genehmigungsfähig. Vor der Bestätigung müssen alle Wappen von den Bezirksverordnetenversammlungen bei der Innenverwaltung eingereicht und vom Landesarchiv begutachtet werden. Friedrichshain-Kreuzberg ist laut Donnermeyer erst der dritte Bezirk mit neuem Wappen. Nur Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf seien schneller gewesen.

Der Karpfen unter der Oberbaumbrücke symbolisiert übrigens nicht die Wasserqualität der Spree, sondern die einstige Fischzucht im Ortsteil Stralau, der seit 1920 zu Friedrichshain gehörte. Im selben Jahr wurde auch der Stadtbezirk Kreuzberg gegründet. Dessen 1949 vorgestelltes Wappen hatte der Senat erst nach siebenjährigem Hin und Her genehmigt.

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