Kasernen in Brandenburg : Bundeswehr investiert 50 Millionen Euro in Beelitz

Logistikbataillon bekommt bis zum Jahr 2020 eine moderne und größere Kaserne. Alle 65 Gebäude müssen saniert werden. Derzeit sind hier gut 900 Soldaten stationiert.

Eva Schmid
Gelöbnis in Brandenburg. Mehr als 900 Soldaten sind hier in Beelitz stationiert.
Gelöbnis in Brandenburg. Mehr als 900 Soldaten sind hier in Beelitz stationiert.Foto: dpa

Für die Soldaten in Beelitz hat die Bundeswehrreform auch Vorteile: So wird das Areal rund um die Hans-Joachim-von-Zieten-Kaserne am Rande von Beelitz bis zum Jahr 2020 umfassend saniert und ausgebaut. 50 Millionen Euro wird die Bundeswehr investieren. Das sagte Oberstleutnant Alexander Röpke beim jüngsten Neujahrsempfang des Logistikbataillons 172 in Beelitz. „Die Kaserne wird komplett umgekrempelt, sodass sie genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist“, erklärte der Kommandeur. Alle 65 Gebäude müssten modernisiert werden. Errichtet wurde ein Großteil von ihnen bereits Ende der 70er-Jahre.
Heute sei es eng am Standort: „In unserem Verwaltungsgebäude haben wir immer weniger Platz“, sagte Presseoffizier Oberleutnant Claudia Birkholz. Man komme dort an Grenzen. Derzeit seien in Beelitz 934 Soldaten stationiert. Im Zuge der Bundeswehrreform wird die Truppe bundesweit von 250.000 auf 185.000 Soldaten verkleinert. Bis zum kommenden Jahr werden im Zuge dessen zwölf Standorte von Logistik- und Versorgungsbataillonen abgebaut, sagte Birkholz. Damit wachsen die Anforderungen an die übrigen Standorte wie Beelitz. „Ein Teil der Soldaten wird dann auch bei uns stationiert.“ Die Soldaten würden aus ganz Deutschland nach Beelitz geschickt, ein Großteil der dort Stationierten komme aber bisher noch aus der Region.

Auf dem Kasernenareal an der Husarenallee sind in den nächsten drei Jahren zunächst acht Neubauten geplant: Mehr Büroräume als bisher soll ein neues Verwaltungsgebäude bieten, zudem wird es neue Werkhallen, eine Waschanlage für die Militärfahrzeuge und ein neues Lager geben. Mit dem Neubau von vier Wohnblöcken will die Bundeswehr auch auf mehr Komfort setzen: Bisher müssen sich zwischen vier und acht Soldaten ein gemeinsames Zimmer teilen. „Zukünftig soll sich die Anzahl auf zwei bis drei Soldaten reduzieren“, so Birkholz. Mit dem Umbau sollen auch die Zeiten der Großraumduschen vorbei sein. Künftig werden sich Soldaten aus zwei Zimmern jeweils ein Bad teilen können.
Während der Bauarbeiten den normalen Betrieb zu meistern, sei eine Herausforderung, heißt es aus der Presseabteilung der Bundeswehr. „Unsere Hauptstraße ist gerade nur einseitig befahrbar, weil die Trinkwasserleitungen, Heizungs- und IT-Netzkabel im Boden verlegt werden“, erklärt Birkholz. Zudem müssten Büros verlegt und Arbeitsplätze vorübergehend neu eingerichtet werden. Um den Betrieb auf dem Kasernengelände am Laufen zu halten, sei der Um- und Ausbau auf die nächsten Jahre gestreckt worden.

Lady Di, die Queen und Kampfjets: Die Geschichte vom Flugplatz Gatow
Blick von oben der Flugplatz Gatow in Kladow mit den Häusern und Schulen auf den einstigen Landebahnen.Weitere Bilder anzeigen
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22.09.2017 10:13Blick von oben der Flugplatz Gatow in Kladow mit den Häusern und Schulen auf den einstigen Landebahnen.

Derzeit werden mehr als 300 Soldaten auf ihre Arbeit als schnelle Eingreiftruppe der Nato vorbereitet. Ab Juli bis Ende des Jahres steht sie auf Abruf bereit. Eine derartige Nato Response Force sei laut Presseoffizier innerhalb von fünf bis 30 Tagen verlegbar. „Darin ist das Ein– und Auspacken des Materials schon miteingerechnet“, so Birkholz. Die Truppe könne weltweit in Krisenherden zum Einsatz kommen.
Auch das Thema Familienfreundlichkeit, das mit der neuen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in die Bundeswehr Einzug gehalten hat, steht in Beelitz auf der Tagesordnung. „Wir befragen die Soldaten, ob sie an einem Betreuungsangebot interessiert sind“, sagt Birkholz. Auf dem Neujahrsempfang der Bundeswehr bot der Beelitzer Bürgermeister Bernhardt Knuth (Bürgerbündnis Beelitz) an, mit der Bundeswehr eine Kita errichten zu wollen. Immerhin habe die Stadt Erfahrung mit dem Bau von Kindergärten. So sind im vergangen Jahr mit der Kita am Park und der Fichtenwalder Kita zwei größere Projekte fertiggestellt worden.

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