Kassenärztliche Vereinigungen : Termin-Servicestellen seit Montag geöffnet

Seit Montag sind die Termin-Servicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) geöffnet. Patienten bekommen nun innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt zugewiesen. In Berlin verzeichnete man 80 Anrufer am ersten Tag.

von und Annika Möller
Patienten sollen seit Montag innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt zugewiesen bekommen.
Patienten sollen seit Montag innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt zugewiesen bekommen.Foto: dpa

Nicht mehr monatelang auf einen Termin beim Lungenfacharzt warten? Montags nicht in den Warteschleifen der Telefone dauerbesetzter Arztpraxen hängen? Seit Montag sind die Termin-Servicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) geöffnet. In den KV sind die niedergelassenen Ärzte organisiert. Sie waren bundesweit zur Einrichtung der Servicestellen verpflichtet worden, weil es – vor allem in Brandenburg, aber auch in Berlin – lange dauerte, bis Patienten einen Termin beim Spezialisten bekamen. Gesetzlich Versicherte können sich nun per Telefon an die jeweilige KV wenden, die innerhalb einer Woche einen Termin vorschlagen muss, der in maximal vier Wochen stattfinden soll.

Klappt das? Beim ersten Versuch kam der Tagesspiegel am Montag bei der Berliner Servicehotline sofort durch. Beim zweiten Versuch klappte es beim vierten Mal. Es hätte also funktionieren können, einen Termin zu bekommen. Dürfte also insgesamt funktionieren. Der Test scheiterte aber daran, dass die KV einen zwölfstelligen Dringlichkeitscode benötigt, der auf der Überweisung des Hausarztes steht. Den hatten die Tester nicht parat.

Es löse keine Probleme

Um das System nicht zu überfordern, wird ein solcher Dringlichkeitscode bei Bagatell-Beschwerden, wie einem Schnupfen, nicht ausgestellt. Nicht nötig ist der Code derzeit für Besuche bei Gynäkologen und Augenärzten. Die KV teilte am frühen Nachmittag mit, dass die Bearbeitung reibungslos funktionierte: Am ersten Tag verzeichnete man 80 Anrufer. Aber lediglich zehn Anrufer hätten den Dringlichkeitsvermerk auf der Überweisung gehabt, sie habe man wie gefordert erfolgreich zu Fachärzten vermitteln können. Weitere zehn Anrufer konnten an Augenärzte und Gynäkologen vermittelt werden.

Die Kassenärzte hatten sich heftig gegen das neue Service-Gesetz gewehrt: Es löse keine Probleme – den Fachärztemangel vielerorts –, sondern schaffe neue: mehr Bürokratie etwa. Die Berliner KV ist vergleichsweise lange erreichbar, von 10 bis 15 Uhr. Die Brandenburger Servicestelle ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag nur von 9 bis 11 Uhr erreichbar, am Mittwoch von 12.30 bis 14.30 Uhr. Die Frage, ob man damit Anrufe von meist beschäftigten Arbeitnehmern vermeiden wollte, verneint ein Sprecher der Brandenburger KV. „Die Gespräche sind nur ein kleiner Teil der Arbeit.“

Termin bei bestimmten Arzt nicht möglich

Aufwendiger sei es, die Patientenwünsche umzusetzen: Anrufe bei Ärzten, Abgleichen von Zeiten, Ausweichtermine organisieren. In Brandenburg fehlt es tatsächlich vielerorts an Fachärzten, in Berlin ist dies nur in einigen Bezirken und bei einigen Disziplinen der Fall. Termine bei einem bestimmten Arzt sind künftig nicht möglich, aber in einer Praxis in „zumutbarer Entfernung“ zum Wohnort.

Die Servicestelle in Berlin ist unter 030/31003383 zu erreichen, in Brandenburg unter 0331/93229989.