Berlin : Kastanienallee wird zur Flaniermeile

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Ein paar Flächen sind in der Kastanienallee noch zu vergeben. Einige Erdgeschosse nicht sanierter Häuser sind noch frei. Doch es werden von Woche zu Woche weniger. Den Laden des Designerteams von „Eisdieler“ gibt es schon seit Jahren, die neuen heißen Thatcher’s oder Coration Store. Manche Geschäfte sind so neu, dass sie noch nicht mal einen n haben, am U-Bahnhof „Eberswalder Straße“ zum Beispiel, dort hängen einfach nur bunte T-Shirts an der Fassade. Man habe noch keine Zeit gehabt, über einen Namen nachzudenken, sagt der Besitzer. Eine Spontan-Eröffnung sozusagen, weitere sind zu erwarten.

Die Gegend hier sei „hot and new“, sagt Kate Specht. Im vergangenen Herbst hat sie ihren Laden eröffnet. Er heißt „Mint“ und ist eine Mischung aus Shop und Galerie. „A little bit of everything“ verkaufe sie. Zum Beispiel selbstgebastelte Lampenschirme und Taschen, von Freunden produzierte CDs oder von Geschäftspartnerin Sonja Shine entworfene Ausgeh-Klamotten. An den Wänden hängen Bilder von Berliner Künstlern, alle zwei Wochen ist Vernissage. Bei ihrem letzten Berlinurlaub habe sie das leer stehende Geschäft in der Nummer 31 geradezu angelacht, sagt Specht. Kurzentschlossen verkaufte die Kalifornierin ihre Gebäudereinigungsfirma und kam an die Spree. Dass ihr Geschäft ein Erfolg wird, steht für Kate Specht schon fest: „Die Leute hier lieben das Besondere und die meisten haben dafür auch das nötige Geld.“

Einfach mal was ausprobieren wollten Mediengestalterin Esther Jakobi und Modeschöpferin Claudia Fauth mit ihrem „Hasipop-Shop“, gleich um die Ecke in der Oderberger Straße. Die Idee entstand spontan. „Eigentlich haben wir nur für uns selbst Klamotten geschneidert, aber die kamen bei unseren Freunden so gut an, dass wir dachten, wir könnten sie auch verkaufen.“ Ein Laden musste her und zwar genau hier. „Die Mieten hier sind noch tragbar. Mitte ist in dieser Hinsicht seit Jahren tot“, sagt Fauth. Einige Wochen haben sie renoviert, jetzt verkaufen sie hier ihre T-Shirts mit dem labeleigenen Piratenhasen, Jeanskleider, Hosen – dazu „saure Zungen“ und Kirschlollis. Rund um den Prater werde noch eine Menge passieren, sagt Fauth. Viele Leute mit Lust auf Neues probieren sich hier aus.

Aus ganz anderen Gründen eröffnete der Schmuck- und Geschenkartikelladen „Uhranus“ vor wenigen Monaten in der Kastanienallee. Seit vier Jahren hat Inhaberin Christiane Schwarze ein Geschäft in der Senefelder Straße. Aber dort muss sie bald raus. Das Haus soll saniert werden, und wie hoch die Mieten danach seien, wisse sie nicht. Die Kastanienallee als neuer Standort sei ideal. „Diese Straße ist die Verbindungsachse zwischen Mitte und Prenzlauer Berg. Hier ist immer was los.“ Sebastian Mücke, Mitinhaber des „Niemandsland“, das neben Geschenkartikeln Waren des esoterischen Bedarfs führt, legt Wert auf die Feststellung, dass er der Erste war, der in der Oderberger Straße ein Geschäft eröffnet hat. Das war am 1. Juli 2000. Dem „Niemandsland“ folgten der Secondhand-Modeshop „Polyester“, der Designerladen „Sister Store“und das Geschäft der Designer rund um Betty Bund. Auch Mücke hat eine Erklärung, warum in der Gegend um den Prater so viel los ist. „Hier lebt der alte Osten ein letztes Mal auf.“ akl

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