Berlin : Katastrophenschutz: Die unterschätzte Gefahr

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Nach den Katastrophen im Jahr 2000 - dem Inferno in dem holländischen Feuerwerkslager in Enschede, dem Concorde-Absturz, den Feuern in der Bergbahn von Kaprun und im Berliner U-Bahnhof Deutsche Oper - hatte das Landesamt für Technische Sicherheit im November 2000 erstmals ein "Berliner Katastrophenschutzforum" veranstaltet. Denn gerade in einer Millionenstadt wie Berlin sei "Notfallvorsorge und vorausschauende Krisenplanung unabdingbar". Statt Attentaten mit Flugzeugen und Bomben rückten bei dieser Tagung die Gefahren durch Tanklager, Chemiebetriebe und Kraftwerke in den Mittelpunkt. Diese "kleinen und möglicherweise zu wenig betrachteten Gefahrenquellen" könnten sich in einem dicht besiedelten Gebiet wie Berlin schnell zu einer Katastrophe potenzieren, hieß es damals auf der Tagung.

Grundlage für den Berliner Katastrophenschutz ist ein Gesetz von 1999. Eine Arbeitsgruppe aus den so genannten Katastrophenschutzbehörden (mehrere Senatsverwaltungen, Landesamt für Arbeitsschutz, Feuerwehr und Polizei) koordiniert die Erstellung von Notfallplänen und die Erhebung von Daten zu Gefahrenpotenzialen. So gelten sechs Chemieanlagen und der (derzeit abgeschaltete) Forschungsreaktor des Hahn-Meitner-Institutes als "Gefahrenschwerpunkte".

Zur Vorsorge gehört aber auch, die schnelle Einrichtung einer "Personenauskunftsstelle" zu üben. Im Ernstfall soll die Polizei Daten über vermisste, getötete und verletzte Personen sammeln.

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